Corona-Folgen
Nur wenige Mieter stunden Zahlungen

Münster -

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde ein besonderer Schutz für Mieter vereinbart. Die Möglichkeit zur Stundung der Miete wurde aber nicht häufig in Anspruch genommen.

Donnerstag, 02.07.2020, 10:44 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 10:53 Uhr
LEG-Wohnungen in Berg Fidel
LEG-Wohnungen in Berg Fidel Foto: Oliver Werner

Ende Juni ist die zunächst vom Bund zu Anfang der Corona-Epidemie beschlossene besondere Kündigungsschutz von Mietern ausgelaufen. Vermieter waren gehalten, Mietern, die wegen der Pandemie ihren Job verlieren und in Zahlungsschwierigkeitengeraten, die Miete zu stunden.

Davon haben insgesamt und auch speziell in Münster nur wenige Menschen Gebrauch gemacht, wie eine Nachfrage unserer Redaktion bei großen Vermietern in der Stadt ergab.

Die städtische Tochter Wohn- und Stadtbau hat in Münster 5800 selbst- und zusätzlich rund 1000 noch fremdverwaltete Wohnungen. Seit April hätten lediglich 43 Mieter wegen Zahlungsschwierigkeiten Rat gesucht, bei 17 Mietern habe die Wohnungsgesellschaft nach einem entsprechenden Nachweis die Miete gestundet oder, im Falle von Kurzarbeit reduziert, berichtet Prokurist Sebastian Albers. Er verweist auf die auch unabhängig von der Corona-Pandemie organisierte Mieterbetreuung des Unternehmens. Es werde grundsätzlich individuell auf Notsituationen eingegangen, betont Albers.

Mit der Miete für von der Wohn- und Stadtbau vermietete Gewerbeimmobilien sei ähnlich verfahren worden. Auch künftig würden gemeinsame Lösungen gesucht, wenn Mieter in finanzielle Nöte geraten, ergänzt Albers.

Auch die LEG, die in Münster über 6000 Wohnungen vermietet, verzeichnet nur wenige Vereinbarungen zur Mietstundung in Folge der Pandemie. Wie viele es in Münster genau sind, kann Sprecher Mischa Lenz gar nicht beziffern. Unter den 136 000 Wohnungen in ganz NRW seien bei rund 600 Mietern Stundungen vereinbart worden. Die LEG hatte im März zu Beginn der Pandemie ein Zehn-Punkte-Papier verabschiedet, dessen Regeln zunächst bis einschließlich September gelten sollen. Unter anderem erklärt das Unternehmen den vorläufigen Verzicht auf Mieterhöhungen, Kündigungen und Räumungen.

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