Zukunftsmodelle
AStA startet Kampagne für bezahlbaren Wohnraum

Münster -

Wenn in den nächsten Monaten die „Ersties“ nach Münster kommen, werden sie vor einem Problem stehen: mangelndem Wohnraum. Das prophezeit der Studierendenausschuss der Universität (AStA) und fordert mit mehreren Protestaktionen im Juli bezahlbaren Wohnraum. Die erste fand jetzt auf dem Schlossplatz statt.

Donnerstag, 02.07.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 19:03 Uhr
Bezahlbarer Wohnraum, alternative Konzepte statt Leerstände: Das fordern die Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) mit demonstrativ aufgeschlagenen Zelten
Bezahlbarer Wohnraum, alternative Konzepte statt Leerstände: Das fordern die Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) mit demonstrativ aufgeschlagenen Zelten Foto: ret

Mit aufgeschlagenen Zelten vor dem Schloss hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Münster auf das Wohnraumproblem in Münster hingewiesen. Die Protestaktion am Donnerstag auf der Wiese des Schlossplatzes war Auftakt der Kampagne „All we need is Wohnraum“, die den ganzen Juli über laufen wird.

Auf Zelte läuft es bei den meisten Studierenden in Münster wohl nicht hinaus – die wenigsten fänden aber zu Semesterbeginn eine Wohnung oder ein Zimmer, sagt Lina Eilers vom AStA-Referat für Soziales, Wohnraum und Partizipation. „Wir wollen jetzt auf das Problem aufmerksam machen, mit Blick auf das anstehende Wintersemester, weil schon im August und September wieder viele ‚Erstis‘ in einer prekären Lage sind“, sagt Eilers.

Notlösung Couchsurfing

Es laufe dann entweder auf Couchsurfing oder eine Unterkunft weit außerhalb der Domstadt hinaus. Deshalb werde dringend bezahlbarer Wohnraum benötigt. Die Studierenden arbeiten bereits an Modellen für die Zukunft, dazu müsse man sich auch von der klassischen Idee des Wohnens lösen, meint Eilers: „Wir sind gerade dabei, ein Konzept für temporäres und intergeneratives Wohnen zu erstellen.“ Vor allem brauche es in Münster aber mehr Studentenwohnheime. „Im Moment haben wir nicht einmal für zehn Prozent der Studierenden einen Platz“, so Eilers.

80 Anfragen an zwei Tagen

Sie selbst ist vor einem Jahr von Hamburg nach Münster gezogen und hatte Glück, dass sie schnell in eine WG im Geistviertel einziehen konnte, sagt sie. Wie drastisch das Problem ist, zeigt aber auch ihre aktuelle Erfahrung: „Wir hatten gerade ein Zimmer zu vergeben und hatten innerhalb von nur zwei Tagen 80 Anfragen.“ Besonders schwierig sei die Lage bei diesem Andrang für Erasmus-Studierende aus dem Ausland, „die können ja nicht kurzfristig zu Besichtigungsterminen kommen“.

Bezahlbarer Wohnraum – nicht nur für Studierende – müsse deshalb in Bebauungsplänen berücksichtigt werden, so die Studierendenvertreter.

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