Mobilität
Umbau für weitere Fahrradstraßen

Münster -

Aus grau wird rot: Die Stadt Münster baut weitere Fahrradstraßen nach niederländischem Vorbild um. Am Montag geht es los - mit der ersten von zunächst vier Straßen. 

Mittwoch, 08.07.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 14:07 Uhr
Mobilität: Umbau für weitere Fahrradstraßen
Foto: Bahlo/dpa

Ab 13. Juli baut das Amt für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster weitere Fahrradstraßen nach niederländischem Vorbild um, wie die Stadt mitteilt. Den Anfang macht die Hittorfstraße am kommenden Montag. Dort wird die rote Farbe für Fahrradstraßen im „Roll-Plastik-Verfahren“ aufgebracht. Die Annette-Allee folgt ab dem 20. Juli, dort wird mit dem sogenannten Epoxidharz gearbeitet.

Weiter geht es voraussichtlich am 8. August mit der Straße „Kirschgarten“ und der Dingstiege. Diese Straßen werden als Teil der Veloroute nach Telgte neu als Fahrradstraßen ausgewiesen und mit einem sogenannten Heißasphalt versehen. Mithilfe der Roteinfärbung sollen die Fahrradstraßen in ihrer Funktion deutlicher wahrnehmbar sein und den Autofahrenden zeigt: „Hier sind Sie zu Gast“, heißt es weiter.

Förderung der Fahrradmobilität

Die Fahrradstraßen in ihrer neuen Gestaltung sind laut Stadt ein zentrales Element zur Förderung der Fahrradmobilität in Münster und Umgebung. Der Rat der Stadt Münster hatte im vergangenen Jahr beschlossen, alle Fahrradstraßen entsprechend einheitlicher Qualitätsstandards umzugestalten (Rotmarkierung, Bevorrechtigung, mindestens vier Meter breite  Fahrgasse).

Die bisher nicht immer deutlich wahrnehmbaren Fahrradstraßen führen immer wieder zu unterschiedlichen „Interpretationen“ der geltenden Regeln. Häufig bewirken beidseitig parkende Autos, dass die Fahrgasse zu schmal für eine attraktive Fahrrad-Achse ist. Dies ist etwa in der Hittorfstraße der Fall, teilt die Stadt mit.

Um einen sicheren und komfortablen Begegnungsverkehr zu ermöglichen, wird im Abschnitt von der Hüfferstraße bis zur Kurve (Hausnummer 44) das Kfz-Parken im öffentlichen Raum künftig nur auf der östlichen Straßenseite möglich sein. Damit sich die Anwohnenden auf die neue Situation einstellen und möglicherweise alternative Stellplätze auf privatem Grund suchen können, werden die Halteverbote erst ab dem 1. Oktober eingeführt und kontrolliert. Da im Kirschgarten die vorhandene Fahrbahn noch deutlich schmaler ist, gelten hier ab September beidseitige Parkverbote. 

Nachhaltige Mobilität auf begrenzter Fläche

Hintergrund sind die Bestrebungen der Stadt Münster, Verkehr und Mobilität künftig nachhaltiger und verträglicher zu gestalten. In Münster werden auch aus diesem Grund insgesamt 14 Velorouten und qualitätsvolle Fahrradstraßen geplant. Die attraktivere, deutlich aufgewertete Fahrradinfrastruktur soll eine durchgängig komfortable, zügige Alternative zur Kfz-Nutzung bieten und so die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt weiter steigern, heißt es weiter.

Um den Radverkehr als einen Baustein der Mobilitätswende und des Klimaschutzes in Münster zu fördern ist es nötig, die knappe zur Verfügung stehende öffentliche Fläche neu aufzuteilen. Die Münsteraner Bevölkerung sowie Pendlerinnen und Pendler aus dem Umland sollen so unterstützt werden, auch ohne eigenes Fahrzeug mobil zu sein. Gleichzeitig handelt es sich um ein „Anti-Stau-Programm“: Wenn viele Menschen alternative Verkehrsmittel nutzen, verbessert sich auch die Situation für die Menschen, die zwingend auf ein eigenes Auto angewiesen sind, heißt es in der städtischen Pressemitteilung.

Im Wissen um den Interessenkonflikt

„Unser Wunsch ist, dass die Münsteranerinnen und Münsteraner diesem neuen Vorgehen in der Mobilitätsplanung eine Chance geben“, wirbt der stellvertretende Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau, Gerhard Rüller, für die Maßnahmen. „Wir wissen um die Interessenskonflikte zwischen dem Wunsch nach stärkerer Förderung des Radverkehrs einerseits und den notwendigen Veränderungen bei der Verkehrsmittelwahl und dem Auto Parken andererseits. Nur wenn wir erste Schritte in Richtung eines Mobilitätswandels gehen, können wir auf Dauer die Lebens- und Aufenthaltsqualität bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum in unserer Stadt erhalten.“

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