Corona-Krise verändert das Reisegeschäft
Münster als Startpunkt für Flusskreuzfahrten

Münster -

Abfahrt Richtung Amsterdam: Zum ersten Mal überhaupt, so die Veranstalter, startet am Donnerstag ein Kreuzfahrtschiff aus dem münsterischen Stadthafen seine Reise. Zuvor war Münster immer nur Zwischenstation. Ohne Corona würde es die Schiffsreise aber gar nicht geben. [Mit Video]

Freitag, 10.07.2020, 14:30 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 14:42 Uhr
Das Kreuzfahrtschiff Swiss Ruby legt jetzt für 15 Wochen in Münster ab. Es fährt unter anderem nach Amsterdam und Berlin.
Das Kreuzfahrtschiff Swiss Ruby legt jetzt für 15 Wochen in Münster ab. Es fährt unter anderem nach Amsterdam und Berlin. Foto: Oliver Werner

Der münsterische Stadthafen ist eigentlich für seine Kultur-, Kneipen- und Start-up-Szene bekannt. Doch seit Donnerstag erfüllt der Hafen wieder seinen ursprünglichen Zweck. Denn zum ersten Mal überhaupt, zumindest laut Reisebüroleiter Ralf Trilsbeek vom „Reise Art Lufthansa City Center“, legte ein Flusskreuzfahrtschiff mit Münster-Ausgangspunkt im Stadthafen ab. 30 Passagiere machten sich auf die Reise nach Amsterdam, über Deventer und das Ijsselmer.

„Es gibt im Moment viele, die nicht fliegen wollen“, erzählt Trilsbeek. Obwohl Reisen innerhalb der EU wieder möglich sind, laufe das Geschäft noch nicht gut. Daher sei ihm, gemeinsam mit dem Reiseveranstalter „Globalis Erlebnisreisen“, die Idee gekommen, Schiffsreisen innerhalb Deutschlands und im anliegenden Ausland anzubieten.

Auslauf- oder Ankunft-Hafen

„Ohne Corona wäre das Schiff heute auf der Seine unterwegs“, erzählt Trilsbeek mit Blick auf die „MS Swiss Ruby“ der schweizerischen Reederei Scylla. Stattdessen sind bis Oktober 16 Reisen nach Berlin, Trier, Mainz und Amsterdam geplant. Münster wird stets Auslauf- oder Ankunft-Hafen sein.

Video in Kooperation mit dem WDR:

„Die Dezentralität ist ein riesiger Vorteil“, so der Initiator, der die geplanten Flussschiffsreisen als „Heimatkunde-Projekt“ bezeichnet. Besonders ältere Menschen – die Zielgruppe der ein bis zweiwöchigen Schiffsreisen – seien glücklich, dass sie nicht zuvor nach Köln oder Düsseldorf fahren müssten.

Crewmitglieder auf Corona getestet

Sorgen wegen der Pandemie seien unbegründet, so Arthur Bont von der Reederei Scylla. Die Crewmitglieder würden vor der Abfahrt auf das Corona-Virus getestet, zudem stünden mehrmals täglich Fiebermessungen an; bei den Passagieren ein Mal täglich. „Es gibt ein paar kleine Einschränkungen, aber sonst bieten wir den vollen Service“, so Bont. Zu den Einschränkungen gehört, dass innerhalb des Schiffs, bis auf die Plätze am Tisch, stets ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.

Zudem werden von den 88 verfügbaren Plätzen nur 66 belegt. Knapp 50 Passagiere müsste es geben, damit sich die Reisen wirtschaftlich lohnen, berichtet Trilsbeek. Noch seien einige Plätze frei. „Ohne Corona hätte ich mich gar nicht getraut, das anzubieten. Aber es geht darum, dass wir überhaupt wieder ans Schwimmen kommen.“

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