Hofbesitzerin erstattet Anzeige
Hund hetzt Kühe von der Weide

Münster-Angelmodde -

Ein fremder Hund hat am Samstagabend sechs Kühe durch Angelmodde und bis nach Gremmendorf gejagt. Die Hofbesitzerin will jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstatten - und hofft auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Montag, 13.07.2020, 16:30 Uhr
Hofbesitzerin erstattet Anzeige: Hund hetzt Kühe von der Weide
Die Besitzerin Christine Spittler mit den zurückgekehrten Kühen. Das Gatter haben die Tiere in ihrer Panik komplett verbogen. Foto: Markus Lütkemeyer

Sechs Kühe wurden am Samstagabend von einem fremden Hund durch Angelmodde und sogar bis nach Gremmendorf zum Ehrenmal gejagt. Die Polizei und zahlreiche Nachbarn halfen mit, die zerstreute Herde wieder einzufangen. Jetzt sucht die Besitzerin des Hofes an der Homannstraße nach dem Halter des Hundes. Eine Zeugin hat am fraglichen Abend (11. Juli) zwei Jugendliche mit dem Hund gesehen, einer davon barfuß und betrunken.

Für die Ammen-Kühe war die panische Flucht durch den Stadtteil eine Tortur. Zurück auf der Weide dampfte das Vieh vor Aufregung. Mehrere Tiere sind trächtig: „Wir wissen noch nicht, ob wir nach dem Stress demnächst Totgeburten erwarten müssen“, sagt die Angelmodder Nebenerwerbs-Landwirtin Christine Spittler traurig.

Flüchtende Tiere kannten kein Halten

Auf der Flucht vor dem aggressiven Hund kannten die Rinder kein Halten mehr. Sie rissen ein massives Gatter aus der Verankerung. Mehrere Weidezäune, die unter Strom stehen, wurden ebenfalls niedergetrampelt. Die Tiere haben vom Stacheldraht zahlreiche Schrammen und Schnitte davongetragen. „Eigentlich sind meine Kühe friedlich und zutraulich“, erzählt Christine Spittler. Doch seit dem Vorfall seien die Tiere vorsichtiger geworden.

Es tut mir Leid für all diejenigen, die sich an die Regeln gehalten haben.

Christine Spittler

Sie und ihr Partner Nikolai Borell wollen nun Konsequenzen ziehen. Der Privatweg zu ihrem Hof soll abgesperrt werden. „Heute besorge ich eine Kette“, kündigt die Landwirtin an. Der Weg führt von der Kleingartenanlage an der Homannstraße zur Vogelrohrsheide. An drei Stellen hatten die Besitzer bereits Schilder aufgehangen: „Hunde bitte anleinen“.

Viele Hundehalter hätten sich daran jedoch nicht gehalten. Den Weg jetzt abzusperren, fällt Christine Spittler nicht leicht, wie sie sagt: „Es tut mir Leid für all diejenigen, die sich an die Regeln gehalten haben. Und für die Kinder – wo sieht man sonst noch große Landmaschinen und Kühe auf der Weide live und von so nah dran.“

Besitzerin will Anzeige erstatten

Der Weg führt über ein Privatgrundstück, keine Frage. Passanten sind also bestenfalls geduldet. Aber geht das so einfach, einen Weg komplett sperren? Das nordrhein-westfälische Landschaftsgesetz regelt, dass in der freien Landschaft das Betreten der privaten Wege und Pfade zur Erholung grundsätzlich gestattet ist. Christine Spittler und ihr Partner haben sich nach eigenen Angaben allerdings bereits bei der Stadt Münster erkundet, wie sie trotzdem eine gute Regelung finden.

Gegen die beiden unbekannten Jugendlichen will die Besitzerin der Kühe jetzt Anzeige bei der Polizei Münster erstatten. Wer etwas gesehen hat, oder den Halter des schwarzen Mischlingshundes kennt (er soll eine weiße Brustfärbung besitzen), kann sich bei der Polizei oder direkt bei Christine Spittler und ihrem Partner Nikolai Borell melden,  0 17 6 / 612 80 -619.

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