Seit Beginn der Corona-Krise
Deutlich weniger Kriminalität

Münster -

Weniger Raubüberfälle, weniger Taschendiebstähle: Die Corona-Krise scheint sich in Münster positiv auf die Kriminalitätsstatistik auszuwirken. Im Vergleich zu anderen NRW-Städten steht Münster jedoch nicht so gut da.

Montag, 13.07.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 15:21 Uhr
Seit Beginn der Corona-Krise: Deutlich weniger Kriminalität

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie ist die Kriminalität in Münster deutlich zurückgegangen. Wie die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung berichtet, ereigneten sich zwischen Anfang März und Ende Juni 7612 Straftaten. Im Vorjahreszeitraum wurden hingegen 9140 Delikte gezählt. Das entspricht einem Rückgang von fast 17 Prozent.

NRW-weit ging die Zahl der Straftaten zwischen März und Juni sogar um 23 Prozent zurück, berichtete in der vergangenen Woche das Innenministerium. Dass Münster nicht ganz so gut dastehe, liege unter anderem an den in Münster besonders häufigen Fahrraddiebstählen, wie Polizei-Sprecher Andreas Bode betont.

94 Verstöße gegen Corona-Schutzverordnung

Insgesamt 94 Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung wurden von der münsterischen Polizei innerhalb von vier Monaten geahndet. Deutlich mehr Fälle ahndete das primär für die Überwachung der Einhaltung der Schutzverordnung zuständige Ordnungsamt der Stadt. Zudem gab es in den vergangenen vier Monaten 24 Demonstrationen gegen die coronabedingten Schutzmaßnahmen.

Zwischen März und Ende Juni registrierte die münsterische Polizei 105 Fälle von häuslicher Gewalt – im Vorjahreszeitraum waren es laut Bode 139. Das bedeutet einen Rückgang um 24,5 Prozent.

Deutlich weniger Raubüberfälle

Ganz erheblich ging die Zahl der Raubüberfälle zurück – von 78 auf 35. Die Zahl der sogenannten Straftaten zum Nachteil älterer Menschen – wie zum Beispiel der Enkeltrick – reduzierte sich sogar von 471 auf 127 – ein Rückgang um mehr als 73 Prozent.

Auch die Zahl der Taschendiebstähle sank deutlich – um mehr als die Hälfte von 277 auf 134. Das gleiche gilt für Wohnungseinbrüche: 57 waren es zwischen Anfang März und Ende Juni – 85 im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor, das entspricht einem Minus von 32 Prozent.

„Die Leute waren mehr zu Hause, gingen weniger auf die Straße oder zum Einkaufen“, begründet Bode den erfreulichen Trend in unerfreulichen Zeiten.

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