LWL-Kulturstiftung unterstützt sieben Projekte
Rund 375.000 Euro Förderungen für Münster

Münster -

Lesungen, Ausstellungen und Projekte für Schülerinnen und Schüler: Die LWL-Kulturstiftung fördert im kommenden Jahr gleich sieben Projekte in Münster. 373.800 Euro fließen dafür in die Westfalenstadt.

Mittwoch, 15.07.2020, 12:45 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 12:52 Uhr
LWL-Kulturstiftung unterstützt sieben Projekte: Rund 375.000 Euro Förderungen für Münster
Auch eine neue Ausstellung im LWL Museum für Kunst und Kultur wird gefördert. Foto: LWL/Elisabeth Deiters-Keul

In Münster überzeugten sieben Kulturprojekte das Kuratorium der LWL-Kulturstiftung. Damit fließen 373.800 Euro in die Westfalenstadt, die sich mit vier Förderprojekten dem Themenjahr "2021 - Jüdisches Leben in Deutschland" anschließt. Insgesamt entschied das Kuratorium der Stiftung laut einer Pressemitteilung des LWL über 34 Anträge aus der Region Westfalen-Lippe, von denen 22 Projekte mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert werden.
"Mit diesem Projekt gehen wir gemeinsam mit vielen Partnern den historischen Spuren und den vielfältigen Zeugnissen gelebter Kultur des Judentums in Westfalen-Lippe nach. Die Münsteraner Projekte richten ihren Blick auf jahrhundertealte Verflechtungen zwischen Judentum und Christentum in unserer Gesellschaft und Kultur. Sie zeigen aber auch, wo und wie jüdisches Leben heute stattfindet", betont Matthias Löb, Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung und LWL-Direktor.

Schüler auf den Spuren jüdischen Lebens

Mit einem wachen und bewussten Blick begeben sich Schüler von rund 25 weiterführenden Schulen in der Region "Auf den Spuren jüdischen Lebens in Westfalen-Lippe", wofür das LWL-Medienzentrum 70.000 Euro von der LWL-Kulturstiftung erhält. Abseits der Lehrpläne entdecken die Teilnehmenden die vielseitigen und bis weit in die Geschichte gehenden kulturellen Spuren jüdischen Lebens in verschiedenen Gemeinden in Westfalen-Lippe. Medial aufgearbeitet fließen die Entdeckungen in digitale Orts-Rallyes ein, die für Schulen nutzbar sind.

Der Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit Die Linse richtet mit einer Veranstaltungsreihe den Blick auf die lebendige jüdische Kultur und das Judentum im heutigen Deutschland. Das Programm aus Filmen, Vorträgen und Gesprächen kann mit 4400 Euro der LWL-Kulturstiftung im Frühjahr nächsten Jahres realisiert werden.

Autoren und Regionalforscher

Szenische Lesungen zum Werk der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Jenny Aloni (1917-1993) organisiert die Literaturkommission für Westfalen im Frühjahr nächsten Jahres und erhält dafür eine Förderung von 8610 Euro der LWL-Kulturstiftung. An acht Orten in Westfalen-Lippe und im angrenzenden Rheinland liest der Schauspieler und Rezitator Carsten Bender aus Gedichten, Erzählungen und Romanen der bedeutenden deutschsprachigen Schriftstellerin, die 1939 nach Israel emigrierte.

Lebendig ist auch die Forschung zu jüdischen Gemeinden in Westfalen-Lippe: Das 2016 von der Historischen Kommission für Westfalen veröffentlichte "Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe" zieht mittlerweile neue Ergebnisse von Autoren und Regionalforschern nach sich. Für die digitale Fortschreibung dieses Handbuchs, die das Sammeln, Auswerten und Veröffentlichen der neuen Erkenntnisse umfasst, sowie für einen wissenschaftlichen Workshop stehen der Kommission 8180 Euro von der LWL-Kulturstiftung zur Verfügung.

Die LWL-Kulturstiftung unterstützt oben genannte Projekte im Rahmen des Förderschwerpunktes "2021 - Jüdisches Leben in Deutschland". Bundesweit wird das kommende Jahr zum Deutsch-Jüdischen Jahr ausgerufen, das unter dem gleichnamigen Titel ein vielfältiges Programm aus Kultur und Gesellschaft zur Geschichte und zum heutigem Leben von Jüdinnen und Juden in der Republik gebündelt präsentiert. Initiator des Projektes ist der in Köln ansässige Verein "321 - 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Als dessen Partner tragen die LWL-Kulturstiftung und der Landschaftsverband Rheinland dieses Themenjahr gemeinsam in die Regionen Westfalen-Lippe und Rheinland.

Veränderungen auf den Dörfern

"Veränderungsprozesse in ländlichen Räumen und Dörfern in Westfalen-Lippe" sind ein Forschungsgegenstand der Geographischen Kommission für Westfalen, der von der LWL-Kulturstiftung mit 163.700 Euro gefördert wird. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt erhält damit die Möglichkeit, Lücken über die Entwicklung von Dörfern der Region zu schließen und durch den Blick zurück auch Perspektiven für die Zukunft der Dörfer darzulegen.

"Wir haben in Westfalen-Lippe 231 Städte und Gemeinden, hinter denen sich aber über 1600 Dörfer verbergen. Das Leben im und für das Dorf ist also gelebter Alltag sehr vieler Menschen in unserer Region. Ich freue mich sehr, dass diese Zusammenhänge nun systematisch und wissenschaftlich aufgearbeitet werden", hebt Löb hervor.

Ausstellung zu "Barbarrosa"

Anlässlich des 900. Geburtstags des Staufenkaisers Friedrich I. "Barbarrosa" widmet sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur in einer Ausstellung in Münster und auf Schloss Cappenberg in Selm ab Herbst 2022 dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Ein breiter kulturhistorischer Überblick richtet das Augenmerk auf den um Machtausgleich bemühten Politiker, gläubigen Christen, streitbaren Ritter und potenten Kunstförderer.

Über die Patenschaft von Otto von Cappenberg für den späteren Kaiser, die ihm bei einer Reise in das schwäbische Reich der Familie Staufen zu Ehr wurde, ist das Band von Schwaben ins Münsterland gesponnen worden. "Ein großer Name, ein großes Jubiläum, ein Highlight - Das LWL-Museum in Münster spannt das Netz nach Selm, wo sich das Schloss Cappenberg mit Umbaumaßnahmen für das kaiserliche Event fein macht", so Holm Sternbacher, Kuratoriumsmitglied der LWL-Kulturstiftung. Das Ausstellungsprojekt an zwei Orten wird von der LWL-Kulturstiftung mit 70.000 Euro unterstützt.

Per Roadmovie durch die Region

Im selben Jahr feiert die Kommission für Mundart und Namensforschung Westfalens ihren 50. Geburtstag, deren Aktivitäten zum Jubiläum mit 50.000 Euro von der LWL-Kulturstiftung gefördert werden. Aus diesem Anlass erstellt die Kommission in Kooperation mit dem LWL-Medienzentrum ein dokumentarisches Roadmovie, das eine unterhaltsame Reise durch Westfalen-Lippe auf den Spuren plattdeutscher Sprache zeigt. Ebenso bietet ein Netzwerktreffen für die Forschenden der westfälischen Sprache die Möglichkeit, neue Erkenntnisse zu diskutieren und das Bestehen der Kommission mit der Filmpräsentation und einer Festschrift zu feiern.

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