Klausurenphase im „Corona-Semester“
An Uni und FH wird mit Abstand geprüft

Münster -

Es war für Studierende und Lehrende gleichermaßen ein außergewöhnliches Semester. Die Hörsäle blieben leer, digitale Angebote waren angesagt. Doch für die Prüfungen geht es zurück an Uni und FH – mit unterschiedlichen Konzepten.

Mittwoch, 15.07.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 20:48 Uhr
Die FH hat Ordner aus den eigenen Reihen für die Klausurenphase rekrutiert
Die FH hat Ordner aus den eigenen Reihen für die Klausurenphase rekrutiert Foto: FH

Das Online-Sommersemester an den Hochschulen in Münster geht allmählich zu Ende. Für fast alle Studierenden an Universität und FH mit Klausuren – und die müssen in aller Regel dann doch gewissermaßen nach alter Schule – im Präsenzbetrieb absolviert werden. Während die Universität die zurzeit nicht genutzte Halle Münsterland mit Klausurveranstaltungen mit Leben füllt, hat die FH Münster ein Konzept für den Prüfungsbetrieb in den eigenen Räumen erarbeitet. Seit Anfang Juli laufen unter anderem im FH-Zentrum in der Corrensstraße schriftliche Prüfungen – bisher hat alles gut funktioniert, zieht FH-Sprecherin Katharina Kipp eine vorläufige Bilanz.

Zuerst bedeutete das selbst erarbeitete Sicherheitskonzept für den Corona-Prüfungsbetrieb: Viel mehr Termine an mehreren Tagen, Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, kleine Gruppen in großen Räumen, geregelter Zugang zu den Gebäuden und eine besondere Wegführung beim Verlassen. Damit sich alle daran halten, passen an den jeweiligen Prüfungstagen Ordnerinnen und Ordner auf – sie hat die Hochschule aus den eigenen Reihen rekrutiert.

Mehr als 300 Freiwillige

„Wir haben einen Aufruf gestartet, und es haben sich direkt etwas mehr als 300 Freiwillige gemeldet, darunter Studierende, Hilfskräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Marita Espeter vom Personaldezernat. Sie hat mit ihrem Team, insbesondere mit Unterstützung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, innerhalb kürzester Zeit die Einsatzpläne der Hilfskräfte erstellt und die Vertragsabwicklung übernommen. „Insgesamt sind es etwas mehr als 100 Personen und 30 Ersatzkräfte, die zusammen 2066 Stunden Ordnertätigkeit ableisten.“

Eine der vielen Helferinnen und Helfer ist Lara Wiederschein. Die Studentin steht an einem etwas kühleren Dienstagmorgen vor dem Fachhochschulzentrum (FHZ) und hört Ulrich Beckmann zu. Der Mitarbeiter vom Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz erklärt, worauf es in den nächsten Stunden ankommt: auf Abstand und klare Ansagen. „Falls Sie jemanden sehen, der oder die noch keine Mund-Nase-Bedeckung trägt, weisen Sie freundlich, aber bestimmt daraufhin hin“, so Beckmann.

Beschäftigte der FH Münster seien dagegen nicht verpflichtet, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, auch nicht während der Prüfungsphase. „Wir appellieren allerdings an die Vorbildfunktion und bitten, mit gutem Beispiel voranzugehen und ausnahmsweise auch eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen“, so Petra Kraus-Brauckmann, Teamleiterin des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes der FH.

Wir sind sehr erleichtert, dass das so gut funktioniert.

Petra Kraus-Brauckmann

Besondere Vorsicht ist auch bei der Wegführung geboten. „Es ist wichtig, dass die Studierenden nach der Prüfung die Gebäude gemäß der Beschilderung verlassen“, erklärt Beckmann. Das bedeutet: Sie müssen die Fluchttreppen außen am FHZ benutzen.

Um kurz nach sieben Uhr morgens sind die ersten Studierenden da. Alle tragen Mund-Nase-Bedeckung und verhalten sich vorbildlich. „Wir sind sehr erleichtert, dass das so gut funktioniert“, sagt Kraus-Brauckmann. FH-Kanzler Guido Brebaum bedankt sich „ausdrücklich bei den vielen Menschen, die sich gemeldet haben, um einen reibungslosen Ablauf unserer Prüfungsphase zu ermöglichen.“

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