Coconut Beach
Türsteher nach Rassismusvorfall entlassen

Münster -

Wurden ein Vater und seine beiden Söhne wegen ihrer Hautfarbe nicht auf eine Party gelassen? Die Veranstalter widersprechen – und feuern trotzdem den verantwortlichen Türsteher.

Montag, 20.07.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 20.07.2020, 20:48 Uhr
Coconut Beach: Türsteher nach Rassismusvorfall entlassen
Bis hierher, zum Coconut Beach, kamen Victor Ocansey und seine Söhne nicht. Sie wurden nicht reingelassen. Foto: Matthias Ahlke

Eigentlich wollte Victor Ocansey nur einen entspannten Sonntagnachmittag mit seinen beiden erwachsenen Söhnen verbringen. Sie hatten Tickets für eine coronakonforme Party am Coconut Beach gebucht.

Doch bis an den künstlichen Strand am Hawerkamp kamen die drei nicht. Sie scheiterten am Türsteher, der sie mutmaßlich wegen ihrer Hautfarbe nicht reinlassen wollte.

Türsteher liefert keine Begründung

Der Türsteher habe ihnen ohne vorherigen Wortwechsel den Zugang trotz gültiger Tickets verweigert. „Die Entscheidung, dass wir keinen Zutritt bekommen, stand schon fest, bevor wir überhaupt da waren“, sagt Ocansey am Tag danach auf Anfrage unserer Redaktion. Eine Begründung habe der Sicherheitsmann nicht geliefert sondern lediglich gesagt: „Es passt mit euch einfach nicht und fertig. Ihr habt Hausverbot und ich bitte euch, das Gelände jetzt zu verlassen."

„Die ganze Situation als solche war demütigend und beleidigend“, so Ocansey. Er habe zunächst an einen Scherz geglaubt, habe aber dann die demütigende Situation realisieren müssen. „Wir wurden zwar nicht vom Platz gejagt, aber es hat sich so angefühlt“, sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur. 

Ocansey ist Polizeibeamter und gleichzeitig Pressesprecher bei einer Landesoberbehörde. Sein Post bei Facebook, mit dem er den Zwischenfall öffentlich gemacht hat, wurde inzwischen mehr als tausend Mal geteilt und hundertfach kommentiert. 

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Das Veranstaltungsunternehmen „Dockland“, das den Coconut Beach betreibt, reagierte bei Facebook mit Bestürzung auf den Vorfall und distanzierte sich von jeglicher Form von Rassismus. Den Sicherheitsunternehmen werde immer wieder erklärt, dass die Hautfarbe kein Einlasskriterium sei. Dockland verweist darauf, dass sie bei der entsprechenden Party am Sonntag lediglich Vermieter gewesen seien. Veranstalter und zuständig für die Instruktion des Sicherheitspersonals (welches wiederum zu Dockland gehört) sei „Vibetown Entertainment“ gewesen.

Rassistischen Hintergrund zurückgewiesen

Deren Geschäftsführer Philipp Mühlen war am Sonntag vor Ort, hielt aber den Türsteher nicht davon ab, Ocansey und seinen Söhnen den Zugang zu verweigern. Mühlen weist auf Anfrage unserer Redaktion jeglichen rassistischen Hintergrund zurück. Er habe von der Situation nicht viel mitbekommen und erläutert: „Ich kann mich nicht während der Veranstaltung über die Entscheidung meiner Security hinwegsetzen.“ Anhand des „kurzen Dialogs wurde die Situation nicht richtig eingeschätzt“.

Für Ocansey eine fragwürdige Entschuldigung, denn es habe keinen Dialog gegeben. „Ich hatte ja die Hoffnung, dass ich das Ganze mit dem Veranstaltungsleiter klären kann.“ Doch Mühlen hätte lediglich nach seinen Daten gefragt, um die Rückabwicklung der Tickets zu erledigen.
„Wären wir danach stehen geblieben, hätten wir eine Eskalation verursacht“, ist sich Ocansey, der selbst Polizei-Pressesprecher bei einer Landesoberbehörde ist, sicher. Für seine Kinder sei solch eine Form von Rassismus Alltag, erzählt er.

Mühlen betonte, der Sicherheitsmann habe einen Fehler gemacht. Sowohl „Dockland“ als auch „Vibetown Entertainment“ stellten klar, dem Mann sei gekündigt worden. Mühlen berichtete aber auch, er könne ihm keinen Vorwurf machen, da Türsteher innerhalb von Sekunden Entscheidungen fällen müssten.

Es war nicht der erste Rassismus-Vorfall rund um den Coconut Beach und „Vibetown Entertainment“. Zuletzt hatte es vor einem Jahr entsprechende Berichte gegeben.

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