Debatte um Fahrradstraßen
Viel Kritik und zahlreiche offene Fragen zur Rotmarkierung

Münster -

Zahlreiche Fahrradstraßen in Münster bekommen in diesen Tagen einen roten Anstrich. Über den Sinn und Unsinn dieser Idee wird weiter gestritten. Und das längst nicht mehr nur in der Politik.

Donnerstag, 23.07.2020, 07:00 Uhr
Auch die Annette-Allee gehört jetzt zu den Farradstraßen mit einem roten Belag. Über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme und die Ausrichtung der münsterischen Verkehrspolitik wird unverändert gestritten.
Auch die Annette-Allee gehört jetzt zu den Farradstraßen mit einem roten Belag. Über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme und die Ausrichtung der münsterischen Verkehrspolitik wird unverändert gestritten. Foto: Jürgen Grimmelt

Die laufenden Aktionen zur Rotmarkierung von Fahrradstraßen in Münster bringt die Leserinnen und Leser unserer Zeitung unverändert in Wallung. Hier kurze Auszüge aus den vielen eingegangenen, teilweise umfangreichen Zuschriften:

  • Franz Deistler: „Die politische Zusammenarbeit zwischen der CDU und Grünen tut der Sache nicht gut. Unser Oberbürgermeister Markus Lewe lässt sich wieder, wie so oft, vor den Wagen der grünen Verbots- und Reglementierungspartei spannen.“
  • Hartwig Grünewaldt: „Für mich stellt sich die Frage, ob die für diesen Ausbau erforderlichen Mittel nicht besser in anderen Bereichen investiert wären.“
  • Werner Bundgard: „Autofahrer zahlen die Kfz-Steuer, die zum Bau und Erhalt des Wegenetzes verwendet werden soll. Radfahrer zahlen nichts.“
  • Arnd Fischer: „Der Verkehrsraum in der Stadt muss unbedingt zugunsten der Fußgänger und Radfahrer neu aufgeteilt werden. Dies geht sinnvollerweise und vorrangig nur zu Lasten des Parkraums auf Verkehrsstraßen.“
  • Reinhard Janotta: „Ja, da gehört schon was dazu, Straßen rot anzupinseln. Wenn schon Farbe, dann hätte man schwarz-grün nehmen sollen: 1. hätte man sofort gewusst, wer diesen Unfug verzapft hat, und 2. hätte man dem SC Preußen Münster zum Abstieg (...) ein wenig Trost gespendet.“
  • Bodo Borgdorf: „Ich wohne auf der Max-Winkelmann-Straße. Wir brauchen hier keine rote Fahrradstraße. Dies ist keine Durchfahrtstraße für Autos. Hier ist ein reines Wohngebiet, und die Geschwindigkeitsbegrenzung für Autos liegt bei 30 Stundenkilometer. Bisher bin ich als Fahrradfahrer nicht behindert worden.“
  • Dr. Christiane Kober-Tomasek: „Was mich bezüglich der Fahrradstraßen interessieren würde, sind die verschiedenen roten Beläge: In der Bismarkstraße habe ich festgestellt, dass sich der Belag sehr schnell abfährt und sich bereits in die Nebenstraßen verteilt hat. Der am Ende der Boeselagerstraße (nahe Mecklenbecker Straße) aufgetragene Fahrradwegbelag riecht bei Sonnenbestrahlung unangenehm.“
  • Dominic Brauner: „Manchen scheint nicht bewusst zu sein, dass es kein Anrecht auf kostenloses Parken im öffentlichen Raum gibt.“
  • Dirk Bock: „Die Kernfrage ist, ob Politiker, Parteien und Stadt tatsächlich substanziell etwas für den Fahrradverkehr tun und die dafür nötigen Konsequenzen ziehen wollen. Ich blicke der kommenden Kommunalwahl gespannt entgegen.“
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