Jüdefelderstraße
CDU bekräftigt Forderung nach Alkoholverboten

Münster -

Die CDU bekräftigt ihre Forderung nach zeitlich und örtlich begrenzten Alkoholverboten. Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer hatte indes erst am Freitag solche Verbote als rechtlich schwierig bezeichnet.

Montag, 03.08.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 11:53 Uhr
Feiernde Menschen und Vandalismus in der Jüdefelderstraße haben Ordnungsamt und Polizei auf den Plan gerufen.
Feiernde Menschen und Vandalismus in der Jüdefelderstraße haben Ordnungsamt und Polizei auf den Plan gerufen. Foto: privat

Nach Beschwerden von Gastronomen und Anwohnern über Lärm und Vandalismus in der Jüdefelderstraße hat dort das Ordnungsamt am Wochenende verstärkt Kontrollen durchgeführt. Ein Alkoholverbot, dies betonte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer im Vorfeld, werde es indes nicht geben – dies wäre rechtlich schwierig.

Die CDU will sich mit dieser Einschätzung nicht zufrieden geben. Für die CDU-Ratsfraktion sei ein zeitlich und örtlich begrenztes Alkoholverbot im öffentlichen Raum „ausdrücklich weiter eine Option, die wir gegebenenfalls politisch weiter verfolgen werden“, so Ratsherr Stefan Leschniok. In Hamburg ist zum Beispiel in Teilen von St. Pauli und Altona ab 20 Uhr der Außer-Haus-Verkauf alkoholischer Getränke für Kioske, Gastronomie-Betriebe und Einzelhandel verboten.

Alkoholverbote kein Tabuthema

„Es geht nicht, dass Anwohner, Wirte und Geschäfte permanent drangsaliert werden mit nächtlichem Dauerlärm, Müllbergen, Schmierereien und persönlichen Belästigungen bis zu Brandstiftungen. Die Verhältnisse in anderen Städten brauchen wir in Münster nicht. Mehr Sicherheit und weniger Alkohol helfen“, so Leschniok.

Gezielte, punktuelle Alkoholverbote dürften kein Tabu sein. Es gehe nicht um das Feierabendbier am Kanal, den Wein an der Promenade oder um ein Festverbot im öffentlichen Raum. „Nachbarschaftsfeste oder Studentenpartys laufen ja auch nicht aus dem Ruder wie das Geschehen an einigen Brennpunkten.“

Deshalb sei es vernünftig, dass das städtische Ordnungsamt ein gezieltes Alkoholverbot in eng begrenzten öffentlichen Räumen prüfe. Leschniok verweist darauf, dass 2019 elf Prozent aller Straftaten unter Alkoholeinfluss geschahen.

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