Herausgeputzte Geschichte
Sanierungsarbeiten am Paulinum vor dem Ende

Münster -

Drei Jahre wurde das Paulinum energetisch saniert. Nun sind die Arbeiten beinahe beendet. Stadt und Schulleitung sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden – und zwar nicht nur obwohl, sondern eben auch weil das Gebäude denkmalgeschützt ist.

Donnerstag, 06.08.2020, 17:00 Uhr
Erst auf den zweiten Blick sind die, nichtsdestotrotz aufwendigen, Maßnahmen an der Außenfassade des Paulinum erkennbar. Immobiliendezernent Matthias Peck (l.) und Schulleiter Tobias Franke zeigten sich kurz vor dem Start ins neue Schuljahr, mit dem Verlauf sowie dem Ergebnis der dreijährigen Maßnahme zufrieden.
Erst auf den zweiten Blick sind die, nichtsdestotrotz aufwendigen, Maßnahmen an der Außenfassade des Paulinum erkennbar. Immobiliendezernent Matthias Peck (l.) und Schulleiter Tobias Franke zeigten sich kurz vor dem Start ins neue Schuljahr, mit dem Verlauf sowie dem Ergebnis der dreijährigen Maßnahme zufrieden. Foto: Oliver Werner

Drei Jahre Sanierungsmaßnahmen – die müssten doch auf den ersten Blick zu sehen sein. Sind sie aber nicht, jedenfalls nicht am Paulinum, Münsters vierzügigem Gymnasium mit einer bewegten, jahrhundertealten Geschichte. Seit Mitte der 1950er-Jahre hat die Schule ihren Sitz „Am Stadtgraben“. Heute steht der ursprüngliche Bau unter Denkmalschutz. In den 1980er-Jahren entstand zudem ein Anbau.

Besondere Herausforderung

Es war also eine besondere Herausforderung, die das Amt für Immobilienmanagement vor sich sah, als vor fünf Jahren die Planungen für die Sanierung in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde begannen. 2017 starteten die konkreten Maßnahmen. Nun, im Sommer 2020, steht das Projekt kurz vor dem Abschluss, nur an der Turnhalle, die unter anderem eine neue Lüftungsanlage bekommt, wird noch bis Herbst gearbeitet. Das Fazit aller Beteiligten fällt beinahe überschwänglich aus. Alles sei im avisierten Kosten- und Zeitrahmen geblieben, äußert Immobiliendezernent Matthias Peck hinsichtlich der Eckdaten. Knapp fünf Millionen Euro sind in die Sanierungsmaßnahmen der Schulgebäude geflossen, hinzu kommen rund 800 000 Euro für die Arbeiten an der Sporthalle.

Paulinum: Energetische Sanierung am Schulgebäude abgeschlossen

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  • Stadtrat Matthias Peck (v.l.), Projektsleiterin Helena Heyen, Schulleiter Dr. Tobias Franke sowie der stellvertretende Schulleiter Markus Hanses.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Renovierungsarbeiten am Paulinum sind beinahe fertig

    Foto: Oliver Werner
  • Die Fassade musste mit originalen Baustoffen neu hergestellt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Neue Decken sollen für bessere Akustik in den Räumen sorgen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Klassenräume des denkmalgeschützten Gebäude versprühen dennoch immer auch noch den Charme der 1950er-Jahre.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Renovierungsarbeiten am Paulinum sind beinahe fertig

    Foto: Oliver Werner
  • Die Renovierungsarbeiten am Paulinum sind beinahe fertig

    Foto: Oliver Werner
  • Schulleiter Dr. Tobias Franke

    Foto: Oliver Werner

„Super“, sagt Projektleiterin Helena Heyen habe auch die Zusammenarbeit mit der Schule funktioniert. Ein Lob, dass Schulleiter Dr. Tobias Franke offenbar gerne erwidert. Die Federführenden des Projekts in der Verwaltung seien immer ansprechbar gewesen und ja, eine solch große Sanierungsmaßnahme im laufenden Betrieb sei herausfordernd, „bei guter Abstimmung aber eben auch gut machbar“. Unterstützung erhielt das Paulinum dabei von der Gesamtschule Mitte, die bereitwillig Räume zur Verfügung stellte. Zwischenzeitlich paukte dort ein ganzer Abschlussjahrgang des Paulinums für das Abitur.

"Neues, besseres Raumklima"

Dass die Arbeiten im Zeitrahmen geblieben seien, spiele der Schule aktuell bei den erhöhten räumlichen Anforderungen der Corona-Zeit in die Karten, so Franke. Zudem entstünde durch die Maßnahmen ein neues, besseres Raumklima zum Lernen. Sowohl was die Temperaturen, als auch die Akustik angehe.

Dabei haben die Räume viel von ihrem ursprünglichen 50er-Jahre-Charme behalten. Selbst die kleinen Waschbecken sind zwar neu, aber stark an die Optik Mitte des vergangenen Jahrhunderts angelehnt. Sanierungsmaßnahmen eben, die erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind. „Das finde ich ehrlich gesagt auch gut so“, ordnet Rektor Franke ein und schiebt augenzwinkernd nach: Unser pädagogisches Konzept ist aber klar auf der Höhe der Zeit.“

Sanierungsmaßnahmen

Arbeiten an der Außenfassade inklusive neuer Beschattung, eine neue Innendämmung. Dazu eine moderne Haustechnik, neue Fenster sowie Heizkörper, tiefere Decken, die einen akustischen Vorteil bringen und dazu der Austausch der Böden, unter denen während der Arbeit asbestbelastete Stoffe gefunden wurden. Die Maßnahmen am Paulinum, unterteilt in vier Bauabschnitte, waren umfangreich. 50 Tonnen CO₂ sollen so in dem Schulgebäude und der angegliederten Turnhalle jährlich eingespart werden. Die Verwaltung rechnet durch eine 20-prozentige Energieeinsparung mit rund 20 000 Euro Energiekosten weniger im Jahr. Ohne solche Maßnahmen sei das ehrgeizige Projekt, die Stadt Münster bis 2030 klimaneutral zu machen, gar nicht denkbar, sagt Immobiliendezernent Matthias Peck.

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