Plakate im Wahlkampf
FDP recycelt Slogan der Grünen

Münster -

Das gab es doch schon mal! Die FDP Münster wirbt im Wahlkampf zur Kommunalwahl 2020 mit einem Slogan, den die Grünen fast wortgleich drei Jahre zuvor auf Bundesebene verwendeten. Ein PR-Unfall? Mitnichten, sagen die Freien Demokraten.

Freitag, 07.08.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 19:48 Uhr
2020: Wahlplakat der FDP Münster
2020: Wahlplakat der FDP Münster Foto: Pjer Bierderstädt

Die FDP Münster geht derzeit mit dem Wahlplakat-Slogan „Zwischen Wirtschaft und Umwelt passt kein oder“ auf Stimmenfang für die Kommunalwahl. Unter dem Spruch steht außerdem der Zusatz: „Macht sonst keiner.“

"Peinliches Plagiat"

„Doch“, entgegnete Niklas Haarbusch von den Grünen auf Twitter. Denn mit dem fast wortgleichen Spruch warb der Grünen-Politiker Cem Özdemir vor der Bundestagswahl 2017, wie Haarbusch mit zwei Bildern der Wahlplakate veranschaulichte. „Peinliches Plagiat“, so schloss Haarbusch seinen Tweet, der sich im Internet schnell verbreitete und – Stand Donnerstagnachmittag – 990 Likes bekam.

Ein PR-Unfall der Freien Demokraten also? Nein, man habe das Plakatmotiv in vollem Bewusstsein um das Özdemir-Plakat ausgewählt, teilte Jörg Berens, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion, auf Anfrage mit. „Weder Herr Özdemir noch die Grünen haben ein Monopol auf einzelne Themen. Gerade in der öffentlichen Debatte – nicht nur in Münster, sondern auch in Deutschland – wird häufig ein Gegensatz zwischen Wirtschaft und Umwelt gesetzt. Die Frage, wie wir wirtschaftlich erfolgreich sind und gleichzeitig die Umwelt und das Klima besser schützen als bisher, ist eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit“, erklärte Berens die Auswahl des Spruchs. Anders als Herr Özdemir und die Grünen wolle die FDP ihren Ankündigungen Taten folgen lassen, anstatt einseitig ideologisch motiviert das Gegenteil von dem zu tun, was seiner Zeit auf Grünen-Plakaten stand, so Berens.

Die Kommentare unter dem Tweet sparten dennoch nicht mit Häme. Ideendiebstahl und mangelnde Innovationsfähigkeit gehörten noch zu den netteren Vorwürfen.

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