Neue Plakatkampagne für die Kommunalwahl
SPD rechnet mit Schwarz-Grün in Münster ab

Münster -

Dieses Plakat, da kann man sicher sein, wird Reaktionen hervorrufen, zumindest bei CDU und Grünen: Die SPD forciert ihren Wahlkampf mit einer Provokation . . .

Freitag, 07.08.2020, 20:00 Uhr
Sie stellten am Freitag das SPD-Plakat vor, das sicherlich noch für Diskussionen sorgen wird (vl.): Ratskandidatin Lia Kirsch, Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung und Ratsfrau Maria Winkel
Sie stellten am Freitag das SPD-Plakat vor, das sicherlich noch für Diskussionen sorgen wird (vl.): Ratskandidatin Lia Kirsch, Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung und Ratsfrau Maria Winkel Foto: kb

Mit einem Plädoyer für eine autofreie Altstadt bis 2025 haben die Grünen für den ersten thematischen Aufreger gesorgt. Was die Wahlplakate betrifft, so stellte die SPD am Freitag eine Kampagne vor, die ebenfalls Aufreger-Qualitäten in einem ansonsten eher müden Kommunalwahlkampf entfalten könnte. Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung stellte gemeinsam mit den Ratskandidatinnen Lia Kirsch und Maria Winkel ein Plakat vor, auf dem es heißt: „5 Jahre regiert, 5 Jahre nix passiert. Schwarz-Grün abwählen.“

Lange Diskussionen

Intern habe man lange darüber diskutiert, ob man mit einem so provokativen Plakat in die Öffentlichkeit gehen solle, räumte Michael Jung ein. Da aber immer mehr Menschen den „Stillstand in der Stadt“ spüren würden, sei es wichtig, klarzustellen, wer dafür verantwortlich sei. Als Beispiel nannte der Oberbürgermeisterkandidat den Umstand, dass man inzwischen auf eine Baugenehmigung gut und gerne ein Jahr warte. Da sei die Wohnungsnot nicht überraschend. „Da muss sich dringend etwas ändern“, so Jung. „Andere Städte bekommen das doch auch hin“, ergänzte Ratsfrau Maria Winkel.

Auch möchte die SPD laut Jung verhindern, dass sich die Grünen aus der Verantwortung stehlen. Im Wahlkampf erwecke die Partei den Eindruck, als habe sich mit der Politik der vergangenen Jahre nichts zu tun.

Ansonsten stellte die SPD bei dem Pressegespräch noch einmal ihre politischen Positionen vor, auf die sie im Hinblick auf den Urnengang am 13. September besonderen Wert legt. Eindringlich wurde noch einmal ein großes neues Baugebiet zwischen Kanal und Umgehungsstraße gefordert. Dort sollen 6000 Wohnungen entstehen.

Bündel an Forderungen

Vorgestellt wurden darüber hinaus auch ein ganzes Bündel an kleineren Forderungen. So soll etwa die Stadt aus dem so genannten Ablösetopf für Parkplätze verstärkt auch Fahrradständer finanzieren.

Weiter erneuerte die SPD eine zentrale Wahlkampfforderung aus dem Jahr 2014, nämlich den Bau eines Sport- und Freizeitbades im Stadtbezirk West, vorzugsweise in Gievenbeck. Eine klare Absage erteilte die SPD der möglichen Einführung eines „digitalen Schulgeldes“, das Eltern zahlen sollen.

Mit verschiedenen Themenplakaten im Stadtraum will die SPD ihre Positionen verdeutlichen.

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