Entwurf für Palliativstation
Berührendes Konzept von Studenten

Münster -

Eine Terrasse wäre schön, um mit den Patienten an die Sonne gehen zu können. Diesen Wunsch für die neue Palliativstation des Herz-Jesu-Krankenhauses in Münster-Hiltrup hatte der Krankenpfleger Jens Stegemann beim Start des großen Projekts geäußert – seit vielen Jahren betreut er dort Schwerstkranke und kennt deren Bedürfnisse.

Samstag, 08.08.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 16:10 Uhr
Ein Modell, viele Grafiken, ein 240 Seiten umfassendes Booklet – drei Monate lang arbeiteten Juan González Blanco, Shari Brunsmann und Jan Bröker am Entwurf für die Palliativstation. Der Lohn: ein Preisgeld von 1000 Euro und der 1. Platz.
Ein Modell, viele Grafiken, ein 240 Seiten umfassendes Booklet – drei Monate lang arbeiteten Juan González Blanco, Shari Brunsmann und Jan Bröker am Entwurf für die Palliativstation. Der Lohn: ein Preisgeld von 1000 Euro und der 1. Platz. Foto: FH Anne Höltkötter

Der Entwurf, der nun beim Wettbewerb am Fachbereich Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA), auf Platz eins landete, hat eine Terrasse. Und noch viel mehr.

Einzige Ebene

Denn im Siegerentwurf der Masterstudierenden Jan Bröker, Shari Brunsmann und Juan González Blanco ist der Titel des Wettbewerbs „Schwelle zum sanften Licht“ Programm: Das Sonnenlicht fällt durch die Oberlichter, an den reflektierenden Außenwänden spiegeln sich Bäume und Wolken. Jedes Patientenzimmer hat 25 Quadratmeter mit eigener Nasszelle. Es gibt einen „Raum der Stille“ für Personal und Angehörige – als Rückzugsort und um Abschied nehmen zu können.

Als einziges von 14 Teams hat das Trio die Station auf einer einzigen Ebene angesiedelt. Ein Pluspunkt, so Bröker, den auch die Jury um Dieter Sieger zu schätzen wusste. Diese Kompaktheit, so das Feedback, harmoniere mit der „Sanftheit“ des Sonnenlichts und den reizarmen Materialien – die Dachkonstruktion ist aus Holz. „Für einen realen Partner aus der Praxis arbeiten zu können, war für uns etwas Besonderes“, sagte Shari Brunsmann nach der Preisverleihung. Und besonders schön sei es natürlich, wenn die Ideen tatsächlich umgesetzt würden.

Dem Wettbewerb waren mehrere Teilprojekte vorangegangen, die der Verein Domfreunde, der das ganze Vorhaben unterstützt – allen voran deren Vorsitzender Dr. Stefan Nacke und Geschäftsführer Peter Glahn –, angestoßen hatte: Eine studentische Projektgruppe des Fachbereichs Wirtschaft hat unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Arlinghaus ein Konzept entwickelt, das die Finanzierung für den Bau der Station ermöglicht.

„Es war sehr eindrucksvoll und berührend, wie tiefgehend und verständig die jungen Architekten sich mit dem Thema Palliativmedizin beschäftigt haben. Herausgekommen sind durch die Bank Entwürfe auf sehr hohem Niveau“, hatte auch Dr. Wolfgang Clasen, Chefarzt der Palliativstation am Herz-Jesu-Krankenhaus, lobende Worte für die Studenten.

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