Spendenprojekt für ältere Patienten am UKM
Mit Uhren zurück ins Hier und Jetzt

Münster -

Wer Probleme hat sich zurechtzufinden, blickt gern auf eine Uhr. Das UKM weiß das und möchte – mit Hilfe von Spenden – für Demenzkranke große Uhren mit einem großen Display anschaffen.

Dienstag, 11.08.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 09:12 Uhr
Prof. Dr. Thomas Duning und Heike Altenhövel vom Demenzsensiblen Krankenhaus zeigen eine der Uhren, die das UKM gerne mit Hilfe von Spenden anschaffen würde.
Prof. Dr. Thomas Duning und Heike Altenhövel vom Demenzsensiblen Krankenhaus zeigen eine der Uhren, die das UKM gerne mit Hilfe von Spenden anschaffen würde. Foto: UKM

Ein Krankenhausaufenthalt stellt für ältere und kognitiv eingeschränkte Menschen eine besondere Belastung dar. Wenn zusätzlich Patienten nicht nachvollziehen können, weshalb sie gerade stationär behandelt werden, kann das schnell beängstigend wirken. Digitale Uhren sollen Betroffenen am UKM nun bei der Orientierung helfen.

Uhren sind in jedem Haushalt zu finden, gehören aber nicht standardmäßig zur Einrichtung eines Krankenzimmers. Trotzdem kann sich jeder durch einen raschen Blick auf die Uhr ein Bild über die Tageszeit oder anstehende Termine machen – sowohl an langen Sommertagen als auch in der dunklen Jahreszeit. Für ältere und kognitiv eingeschränkte Patienten im Krankenhaus, bei denen ein Delir (akuter Verwirrtheitszustand) und damit der Verlust von Orientierung in Raum und Zeit vorliegt, spielen Uhren eine besondere Rolle. Wer nicht nachvollziehen kann, wo er ist oder weshalb er gerade stationär behandelt wird, empfindet diese Situation schnell als beängstigend.

Uhr als Orientierungshilfe

Am Universitätsklinikum Münster (UKM) bietet jetzt ein simpler Alltagsgegenstand wie eine digitale Uhr eine wichtige Orientierungshilfe, damit sich betroffene Patienten in der für sie fremden Umgebung zurechtfinden können. „Mit Hilfe der Uhren kommen wir mit den Patienten ins Gespräch. Wir fragen sie immer wieder nach Datum und Uhrzeit und erhalten so ein Gefühl dafür, ob die Behandlung des Delirs wirkt und sich die zeitliche Orientierung wieder einstellt“, erklärt Prof. Dr. Thomas Duning, Leiter des Bereichs Demenzsensibles Krankenhaus, in einer Pressemitteilung des UKM.

„Ein Delir kann mehrere Tage andauern und ist für die Betroffenen sehr unangenehm. Man kann aber nicht jedes Delir verhindern. Unser Ziel ist es daher, die Zeitspanne so kurz wie möglich zu halten.“ Zu Dunings Team gehören neben Neurologen, Apothekern und Pflegekräften auch Pflegeberater, Sozialpädagogen und ehrenamtliche Kräfte. Als Demenz-Experten gewährleisten sie die bestmögliche Behandlung älterer Menschen während ihres Krankenhausaufenthaltes.

UKM bittet um Spenden

Was diese Arbeit unterstützen könnte, wären digitale Uhren. Deswegen hat das Krankenhaus ein Spendenprojekt ins Leben gerufen: Nach ersten guten Erfahrungen mit dem Einsatz einiger Test-Uhren, die dank großer Displays gut lesbar sind, sollen nun alle Stationszimmer mit ihnen ausgestattet werden. Die Kosten für eine Uhr belaufen sich auf rund 30 Euro, jede Spende ist willkommen.

Ansprechpartnerinnen für das Projekt sind Heike Altenhövel (  83 41140, Mail Heike.Altenhoevel@ukmuenster.de ) sowie Anja Nieländer, ( 83 45256, Mail Anja.Nielaender@ukmuenster.de ).

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