UKM-Unfallchirurgen warnen
Der Sprung ins Wasser kann lebenslange Folgen haben

Münster -

Eine Abkühlung im Kanal oder im Badesee ist aktuell sehr willkommen. Doch ein Unfallchirurg vom Universitätsklinikum Münster warnt: Sprünge in zu flache oder unbekannte Gewässe können im Ernstfall schwerste Verletzungen zur Folge haben.

Mittwoch, 12.08.2020, 13:15 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 15:06 Uhr
UKM-Unfallchirurgen warnen: Der Sprung ins Wasser kann lebenslange Folgen haben
Kopfüber ins kühle Nass? Der Sprung kann definitiv gefährlich werden, warnen Unfallchirurgen. Foto: dpa (Symbolbild)

Herr Dr. Hartensuer, der Sprung ins kühle Nass Kopf voran – was ist das Gefährliche daran?

Dr. René Hartensuer: Der Klassiker ist eigentlich der Sprung in zu flaches Wasser, zum Beispiel in den Gartenpool, in selbstgebaute Pools oder manchmal auch in der Ferienanlage. Weil das Wasser aber zu flach ist und den Schwung nicht genügend abbremsen kann, führt es dazu, dass man mit dem Kopf auf dem Grund aufschlägt. Das führt dann zu einer axialen Stauchung des Kopfes und klassischerweise zu einer Verletzung der oberen Halswirbelsäule. Wobei der Atlas – also der erste Halswirbelkörper, der sonst das Gewicht des Kopfes aufnimmt – dann bricht und manchmal sogar radiär auseinanderbirst. Das sind Verletzungen, die wir eigentlich jeden Sommer mehrere Male sehen.

Welche Folgen hat so eine Verletzung für den Springer?

Hartensuer: Es besteht die Gefahr, dass das Rückenmark oder das verlängerte Mark des Hirnstamms nachhaltig geschädigt ist. Aber auch die Funktion der Kopfdrehung, die maßgeblich in diesem Bereich stattfindet, kann dauerhaft und lebenslang eingeschränkt sein. Das wäre der landläufige „Genickbruch“, wobei dieser Begriff auch noch andere Verletzungen subsumiert.

UKM_Hartensuer

Priv.-Doz. Dr. René Hartensuer, leitender Oberarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKM Foto: UKM

Gerade bei Jugendlichen ist das Springen von Brücken beispielsweise am Kanal beliebt. Was würden Sie den sogenannten „Brückenspringern“, die teils aus zwanzig Metern Höhe von Brückenbögen springen, mit auf den Weg geben?

Hartensuer: Das Wetter lädt im Moment geradezu ein, sich am Kanal aufzuhalten: Die Menschen sitzen auf den Brücken, springen teilweise auch runter – das wird als cool empfunden. Aber wir reden hier über große Höhen. Wir wissen nicht, wie tief das Wasser an dieser Stelle ist und die Bremswirkung des Wassers kann dort so begrenzt sein, dass man eben unten aufschlägt. Aufgrund der Geschwindigkeit, die man bei einem Sturz oder im Sprung aufnimmt, kann man sich schwerste Traumata zuziehen, die dann – was die Wirbelsäule betrifft – in Querschnittsverletzungen enden können. 

 

Sieben Tipps für heiße Tage

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  • Endlich richtig Sommer! Doch die Hitze hat auch ihre Schattenseiten und kann Menschen, Tieren, Pflanzen und Geräten schaden. Zum Glück lässt sich vorsorgen. Sieben Tipps, um gut durch die heißen Tage zu kommen:

    Foto: Roberto Pfeil/dpa
  • Sonnenschutz: Die Haut braucht bei viel Sonne besonders viel Schutz. Das bedeutet: eincremen. Ein 1,80 Meter großer Erwachsener benötigt etwas mehr als drei Esslöffel Sonnencreme, um seinen ganzen Körper richtig einzucremen. Das sind gut 40 Milliliter. Wichtig: Auch im Schatten den Schutz auftragen. Außerdem gilt: Den Kopf bedecken und eine Sonnenbrille tragen.

    Foto: Christin Klose/dpa-tmn
  • Durstige Pflanzen: Im Garten oder auf dem Balkon sollte man jetzt regelmäßig gießen. Und zwar am besten, wenn es etwas kühler ist, also früh am Morgen oder am Abend. Grund: In der Mittagszeit verdunstet das Wasser schneller, als dass es die Pflanzen aufnehmen können, erklärt das Umweltbundesamt.

    Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Gefahr beim Gassigehen: Überhitzter Asphalt kann bei Hunden zu Brandblasen oder geschwollener Haut führen. Ab wann der Asphalt zu heiß ist, zeigt die Sieben-Sekunden-Regel: Hundebesitzer legen sieben Sekunden lang den Handrücken auf den Asphalt. Ist dieser zu heiß für die Hand, gilt das auch für den Hund, so die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Ausflüge deshalb in kühle Morgen- oder Abendstunden legen. Für willkommene Erfrischung sorgt eine Art Hundeeis: Dafür Quark mit Obst mischen und in Hundespielzeug mit Hohlraum einfrieren, rät der Tierschutzbund. Weil der Hund den Quark nur nach und nach aus dem sogenannten Kong schlecken kann, verhindert man, dass die eiskalte Erfrischung als Eisklumpen im Hundemagen landet.

    Foto: Eduardo Parra/EUROPA PRESS/dpa
  • Feuchte Tücher über den Tierkäfig: Das sorgt bei Vögeln und Nagern für Abkühlung. Bei Vögeln kann man auch mit einer Sprühflasche feinen Wassernebel in den Käfig sprühen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Vogel selbst entscheiden kann, ob er nass werden möchte oder nicht, so der Bund Deutscher Tierfreunde (BDT).

    Foto: Christin Klose/dpa-tmn
  • Smartphones in die Tasche: Große Hitze macht modernen Geräten zu schaffen und könnte die Leistung des Akkus dauerhaft schmälern. Wer draußen unterwegs ist, sollte sein Smartphone nicht länger direkter Sonnenstrahlung aussetzen und es öfters mal in die Tasche stecken. Eine Schutzhülle könnte zu einem Wärmestau führen. Bei hohen Temperaturen nimmt man das Gerät lieber aus der Hülle.

    Foto: Caroline Seidel/dpa
  • Klimaanlage nicht zu kalt: Ist es draußen heiß, sollte das Auto nicht zum Kühlschrank werden. Der Kreislauf könnte ansonsten nach dem Aussteigen Probleme machen. Die Faustregel: Nicht mehr als sechs Grad Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur. Dazu rät der Auto Club Europa (ACE). Kinder und Tiere sollte man niemals im in der Sonne geparkten Auto zurücklassen. Der Innenraum kann sich zur Hitzefalle entwickeln - Lebensgefahr droht.

    Foto: Christin Klose/dpa-tmn
  • Nachts Fenster auf: An heißen Tagen lohnt sich Lüften immer dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Auch in Hitzeperioden wird es nachts und am frühen Morgen kühl genug dafür. Dennoch sollte man sich nicht auf seinen subjektiven Eindruck verlassen, sondern lieber die Außen- und Innentemperatur mit einem Thermometer checken, rät die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

    Foto: Christin Klose/dpa-tmn

 

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