Wohn- und Stadtbau stellt Mieterfibel vor
Bilder sollen Mietern Zusammenleben erleichtern

Münster -

Bunte Illustrationen und Texte in leichter Sprache: Das Wohnungsbau-Unternehmen Wohn- und Stadtbau verschickt in diesen Tagen eine bebilderte Hausordnung an dessen Mieter. Ein Thema darin: Grillen auf dem Balkon.

Mittwoch, 12.08.2020, 16:30 Uhr
Wohn- und Stadtbau-Geschäftsführer Dr. Christian Jaeger freut sich über die neue Mieterfibel, die in den kommenden Wochen an Tausende Mieter verschickt wird.
Wohn- und Stadtbau-Geschäftsführer Dr. Christian Jaeger freut sich über die neue Mieterfibel, die in den kommenden Wochen an Tausende Mieter verschickt wird. Foto: Joel Hunold

Auf den ersten Blick sieht das kleine Büchlein, welches am Mittwoch vorgestellt wurde, aus wie ein quadratischer Comic für Kinder. Illustrierte Menschen sind auf dem Cover zu sehen, allesamt lachend, während sie Kisten aus einem Transporter laden. Doch die Mieterfibel, welche das städtische Wohnungsbauunternehmen Wohn- und Stadtbau aktuell an dessen rund 6900 Mieter verteilt, richtet sich nicht nur an Kinder.

„In jeder Hausgemeinschaft gibt es mal Reibungspunkte“, sagt Wohn- und Stadtbau Geschäftsführer Dr. Christian Jaeger. Aspekte wie die Balkon- oder Mittagsruhe seien zwar in der Hausordnung beschrieben, doch Jaeger sei klar, dass die Mieter irgendwann nicht mehr wissen, was dort genau drin steht.

Leichte Sprache und bunte Bilder

Dafür gebe es nun die Mieterfibel. „In so ein Büchlein schaut man eher rein als in die Hausordnung“, so Jaeger. In 16 jeweils doppelseitigen Abschnitten wird dort mittels Illustrationen und kurzer Texte etwa erklärt, wie die Mieter ihren Müll zu trennen haben, dass Fluchtwege im Flur frei gehalten werden müssen oder wann Kinder auch mal lauter sein dürfen und wann nicht. Die Illustrationen hat die Diplom-Designerin Petra Breuer aus Bielefeld gestaltet.

Die Idee dazu, die Hausordnung thematisch sortiert mittels bunter Bilder darzustellen, hatte Gabi Blaese, die bei dem Wohnungsbauunternehmen für die soziale Mieterbetreuung zuständig ist. „Wir haben probiert die Texte in leichter Sprache zu halten“, berichtet sie und ergänzt, dass so auch Mieter, die des Deutschen noch nicht gut mächtig sind, die Regeln verstehen können.

Wenn Kinder das früh lernen, sagen sie später vielleicht ‚Papa, die Dose gehört in den anderen Müll.‘

Christian Jaeger

Als er das hört, blättert Ghulam Reza Hassanzadah, Mieter bei der Wohn- und Stadtbau, dem die Mieterfibel am Mittwoch stellvertretend für alle Mieter überreicht wurde, durch das kleine Büchlein und sagt nach kurzer Zeit: „Es stimmt, die Texte sind sehr einfach und verständlich“.

Laut Blaese sei darüber nachgedacht worden, die bebilderte Hausordnung in verschiedenen Sprachen zu veröffentlichen. „Aber wo sollen wir da anfangen, irgendeine Sprache fehlt dann immer.“ Dafür sollen nach und nach zu jedem Aspekt ergänzende und animierte Erklärvideos veröffentlicht werden.

Aber sind die Illustrationen nicht doch etwas zu kindlich gestaltet? „Es ist bunt und es gibt Bilder, aber kindlich ist es nicht“, so Blaese. Jaeger ergänzt: „Wenn Kinder das früh lernen, sagen sie später vielleicht ‚Papa, die Dose gehört in den anderen Müll.‘“

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