Corona-Anstieg in Münster
Krisenstabsleiter fordert „besondere Wachsamkeit und Disziplin“

Münster -

Am Freitag sind die Infektionszahlen in Münster leicht gesunken, doch der Trend der letzten Tage geht in eine andere Richtung. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer nennt Gründe für den Anstieg und spricht eine deutliche Ermahnung aus.

Freitag, 14.08.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 17:08 Uhr
Corona-Anstieg in Münster: Krisenstabsleiter fordert „besondere Wachsamkeit und Disziplin“
Auch am Dortmund-Ems-Kanal kontrolliert das Kommunalen Ordnungsdienst die Einhaltung von Abstandsregeln. Foto: Oliver Werner

Die Zahl der Corona-Infizierten in Münster ist am Freitag wieder leicht gesunken. Zwar hat es laut Mitteilung der Stadt im Vergleich zum Vortag vier Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben, zugleich haben aber neun Menschen mehr die Infektion mit dem Virus überstanden. Damit gelten mit Stand Freitagmittag 79 Menschen in Münster als infiziert - am Donnerstag waren es noch 84.

Seit Mitte Juli steigen die Zahl der Corona-Infektionen in Münster insgesamt jedoch wieder deutlich an. Während es vom 16. Juni bis zum 16. Juli insgesamt nur acht bestätigte Neuinfektionen gab, liegt die Zahl der Neuinfektion seitdem bei über 130. „In den vergangenen zehn Tagen hat sich in Münster die Zahl der aktuell Infizierten von 33 auf 84 erhöht“, ordnet Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer die aktuelle Corona-Situation in Münster in einer Sitzung des Krisenstabes am Freitag ein. „Wir haben es demnach mit deutlich zunehmenden Infektionen zu tun, wenn auch auf einem noch gut beherrschbaren Niveau.“

Gründe für den Infektionsanstieg

Wegen der erneut flächenhaften Ausbreitung und des großen Ansteckungspotenzials, das von dem Virus ausgehe, seien jetzt aber „besondere Wachsamkeit und Disziplin“ notwendig. Heuer warnt: „Sonst kommen wir leider schnell in eine Situation, in der erneut harte Maßnahmen zur Entscheidung stehen. Das wollen wir nach Möglichkeit vermeiden.“

Sonst kommen wir leider schnell in eine Situation, in der erneut harte Maßnahmen zur Entscheidung stehen.

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer

Zu den bekannten Ursachen der neuen Dramatik gehören in Münster und bundesweit die Reiserückkehrer. Heuer: „Viele Urlauber besuchen Corona-Risikogebiete. Wie überall in Deutschland führt dies auch in Münster zu steigenden Infektionszahlen.“ Darüber hinaus gebe es eine Handvoll größerer Familien in der Stadt, die einen nennenswerten Anteil an den gestiegenen Infektionszahlen der letzten Wochen haben. Hier treffe die Stadt fortlaufend Quarantäneanordnungen.

Ordnungsamt kontrolliert

„Das städtische Ordnungsamt geht unvermindert mit aufklärenden Botschaften und Sanktionen gegen Personen vor, die gegen die Corona-Auflagen verstoßen“, betont die Stadt in einer Pressemitteilung. Tausende Kontrollen seien im Stadtgebiet vorgenommen worden, etwa auf Spielplätzen oder am Aasee. Ein großer Teil der Bevölkerung ziehe ohnehin mit, bilanziert Krisenstabsleiter Heuer, ein anderer halte sich „spätestens nach Aufforderung an die Regeln“.

„Ein weiterer, wachsender Teil ist uneinsichtig und provoziert geradezu mit für uns alle gefährlichen Regelverstößen“, weist Heuer auf Problemfälle hin und erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es ein Hauptziel der Stadt sei, besonders gefährdete Personengruppen wie chronisch Kranke, alte und gesundheitlich geschwächte Menschen zu schützen. „Wer die Regeln einhält, tut etwas für diese Menschen“, so Heuer.

Erstmals Konzert mit bis zu 1000 Besuchern

An diesem Wochenende werden in Münster erstmals seit langem wieder Konzerte mit bis zu 1000 Besuchern erlaubt sein. Die Veranstaltungen in der Nähe des Zoos sind für Heuer ein Test: „Wir müssen genau hinsehen, ob die Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen gut funktionieren. Das Ergebnis wird auch richtungsweisend für die Frage sein, ob wir bei Veranstaltungen in diese Richtung weiter arbeiten können.“

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