Mordanklage
Zu laut telefoniert - 33-Jähriger in Münster erstochen

Münster -

Ein 33-jähriger Mann ist im Mai nach einem Messerangriff in Roxel gestorben. Wenig später wurde ein 61-Jähriger verhaftet. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage wegen Mordverdachts erhoben.

Mittwoch, 02.09.2020, 10:15 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 15:58 Uhr
Mordanklage: Zu laut telefoniert - 33-Jähriger in Münster erstochen
Ein 61-jähriger Mann aus Münster soll einen 33-Jährigen mit einem Messer tödlich verletzt haben. Er wird wegen Mordverdachts angeklagt. Foto: dpa (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen einen 61-jährigen Mann erhoben wegen Mordverdachts erhoben. Der Mann soll am Abend des 9. Mai einen 33-Jährigen in Roxel so schwer mit einem Messer verletzt haben, sodass dieser wenige Stunden später in einem Krankenhaus verstarb.

Nach dem Abschluss ihrer Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Auslöser für die angeklagte Tat ein Telefonat war, das der 33-jährige Verstorbene geführt hatte und durch das sich der Angeschuldigte offensichtlich gestört fühlte. Der Angeschuldigte und der Verstorbene waren laut einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft persönlich nicht miteinander bekannt.

Beschuldigter fühlte sich durch Gespräch gestört

Laut der Mitteilung soll der 33-Jährige am Abend des 9. Mai 2020 ab 21.20 Uhr auf dem Platz direkt vor einem Mehrfamilienhaus an der Straße Auf dem Dorn telefoniert haben. In dem Haus wohnt auch der 61-Jährige mit seiner Ehefrau. Durch dieses Gespräch fühlte sich der Beschuldigte offensichtlich gestört und bat den später Verstorbenen zunächst noch von seiner Wohnung aus, das Gespräch an einem anderen Ort zu beenden. 

Dieser Bitte kam der 33-Jährige jedoch nicht nach, sondern telefonierte bis etwa 22.30 Uhr weiter. Vermutlich empfanden der Angeschuldigte und seine Ehefrau dies als weitere Ruhestörung. Zu diesem Zeitpunkt soll die Ehefrau des 61-Jährigen zu dem späteren Opfer gegangen sein und ihn aufgefordert haben, zu gehen. Daraufhin ging der 33-Jährige jedoch nur einige Schritte weiter und setzte sein Telefonat fort.

Sechs Messerstiche in Brust- und Bauchbereich

Daraufhin soll sich der 61-Jährige in seiner Wohnung ein Messer genommen und damit das Haus verlassen haben. Auf dem Weg nach draußen soll er laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft seiner Ehefrau begegnet sein. Sie soll ihm mitgeteilt haben, dass sich der 33-Jährige geweigert habe, den Platz vor dem Haus zu verlassen, obwohl sie damit gedroht habe, die Polizei verständigen zu wollen.

Laut Anklageschrift soll der mutmaßliche Täter auf den 33-jährigen Mann zugegangen sein und ihm nach einem kurzen Streitgespräch und noch während des Telefonats mit dem Messer unvermittelt sechs Stiche in den Brust- und Bauchbereich zugefügt haben. „Einer dieser Stiche durchstach das Herz des 33-Jährigen und führte zu seinem Tod“, heißt es in der Mitteilung. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Tat als heimtückische Tötung aus niedrigen Beweggründen und daher als Mord. 

61-Jähriger will sich gegen Angriff gewehrt haben

Der 61-Jährige hat im Ermittlungsverfahren im Wesentlichen eingeräumt, sich über das nach seiner Ansicht zu laute Telefonat geärgert zu haben. Das Messer habe er aber nur mitgenommen, weil er Sorge gehabt habe, seiner Ehefrau könnte bei dem von ihr zunächst geführten Gespräch mit dem späteren Opfer etwas zustoßen.

Als er auf den 33-Jährigen getroffen sei, sei dieser aufgesprungen, habe um sich geschlagen und sei zudem mehrfach gestürzt. Er – der Beschuldigte– habe lediglich versucht, sich gegen einen Angriff zu wehren und habe nicht bemerkt, den 33-Jährigen mit dem Messer getroffen zu haben.

Der Angeschuldigte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

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