Nachverdichtung in der Aaseestadt
Grüne für Anbau statt Neubau

Münster -

Die Anwohner in der Aaseestadt kämpfen schon lange gegen die geplante Nachverdichtung. Und auch in der Politik wird die Kritik an den Plänen der Wohn- und Stadtbau lauter. Jetzt haben sich auch die Grünen positioniert.

Donnerstag, 03.09.2020, 09:00 Uhr
Luftbild der Aaseestadt
Luftbild der Aaseestadt Foto: Cengiz Sentürk (Archivbild)

„Das im Wettbewerb prämierte Konzept zur Nachverdichtung im Bereich der Mierendorffstraße wird nicht umgesetzt.“ Diese Position vertreten Münsters Grüne im Zusammenhang mit der Diskussion über die vom städtischen Unternehmen Wohn- und Stadtbau geplante bauliche Veränderung in der Aaseestadt. Konkret haben die Grünen jetzt eine eigene Stellungnahme vorgelegt und einen Antrag geschrieben.

In dem Schreiben, das die grünen Ratsmitglieder Sylvia Rietenberg und Gerhard Joksch sowie der Oberbürgermeisterkandidat Peter Todeskino der Bürgerinitiative Aaseestadt geschickt haben, heißt es weiter: „Die Wohn- und Stadtbau wird beauftragt, ein neues Konzept zu entwickeln.“

Kritik auch von SPD, CDU und Linken

Vor den Grünen hatten sich bereits SPD, CDU und Linke sehr kritisch bis ablehnend zu den bestehenden Plänen geäußert. Konkret geht es um einen Entwurf des Büros „LK Architekten“ aus Köln, der bei einem von der Wohn- und Stadtbau ausgelobten Wettbewerb als Sieger hervorging.

Vorgesehen ist, dass von den 196 Wohnungen rund um die Mierendorffstraße 63 abgerissen werden, um dann 125 neue zu errichten.

Verunsicherung bei Anwohnern in der Aaseestadt

Da insbesondere die Abrisspläne in der Aaseestadt für erheblichen Unmut und Verunsicherung sorgen, gibt es bei den politischen Parteien inzwischen eine deutliche Absetzbewegung. Dieses Ergebnis hatte unter anderem eine Abfrage der Bürgerinitiative bei den Parteien ergeben. Das vorliegende Konzept kann nur bei einer Änderung des Bebauungsplanes umgesetzt werden, die wiederum einen entsprechenden politischen Beschluss zur Voraussetzung hat.

Wie die Grünen in ihrem Antrag darlegen, plädieren sie für eine breite Anwohnerbeteiligung „in einem extern moderierten Verfahren“. Zielsetzung sei dabei vordringlich die „bauliche und energetische Modernisierung des Gebäudebestandes“. Zusätzliche Wohnungen sollen vorzugsweise durch Dachgeschossausbauten und „Anbauten an bestehende Gebäude“ realisiert werden. „Abriss und Neubau sollen nach Möglichkeit vermieden werden.“ Das ist in etwa die Position der Bürgerinitiative.

Keine konkreten Planungen bei der Stadt

Stadtbaurat Robin Denstorff teilt unterdessen auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass die Stadtverwaltung bislang „bislang keine konkreten Planungen“ aufgenommen habe. Da die Wohn- und Stadtbau derzeit mit der Entwicklung der Kasernen „prioritär“ beschäftigt sei, bestehe auch keine Dringlichkeit.

In Bezug auf die 2018 vorgestellten Entwürfe des Büros „LK Architekten“ sagt Denstorff: „Wie und ob die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs wieder aufgegriffen werden, ist erst in der nächsten Rats­periode zu entscheiden.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7563704?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker