SPD spricht sich für an der Roxeler Straße aus
Sport- und Freizeitbad statt Südbad

Münster-Gievenbeck -

Es stand schon bei den Kommunalwahlen vor sechs Jahren auf dem Wunschzettel der Sozialdemokraten ganz weit oben: ein Familien- und Freizeitbad. Im aktuellen Wahlkampf ist das Thema aktueller denn je.

Mittwoch, 02.09.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 20:02 Uhr
Setzen sich für das Familien- und Freizeitbad mit Sportmöglichkeiten (v.l.): Doris Feldmann, Beate Kretzschmar, Jürgen Siekmann und Michael Jung.
Setzen sich für das Familien- und Freizeitbad mit Sportmöglichkeiten (v.l.): Doris Feldmann, Beate Kretzschmar, Jürgen Siekmann und Michael Jung. Foto: Kay Böckling

Es ist neben der aktuellen Wohnraum-Problematik das Thema schlechthin bei der SPD – und das seit vielen Jahren: Die Rede ist von einem Schwimmbad für Münsters Westen in Gievenbeck. Es stand schon bei den Kommunalwahlen vor sechs Jahren auf dem Wunschzettel ganz weit oben.

Von vielen als sogenanntes Spaßbad bezeichnet, stört sich Dr. Michael Jung, Oberbürgermeister-Kandidat der Sozialdemokraten, ein wenig an diesem Begriff. „Kein Spaßbad, sondern ein Familien- und Freizeitbad soll hier entstehen“, sagt er und zeigt dabei auf einen möglichen Standort: eine aktuell landwirtschaftlich genutzte Fläche an der Roxeler Straße hinter dem damaligen Offiziers-Casino, das derzeit vom Uni-Klinikum Münster zu einem Seminar- und Gästehaus umgebaut wird.

Bedarf für Spaßbad im Westen

Jung macht aus seiner Sicht deutlich, dass der Bedarf an einem solchen Bad im Westen am größten sei: „Wir haben hier den zweitgrößten Stadtbezirk der Stadt.“ In diesem Zusammenhang verweist er auf die Möglichkeiten zu schwimmen, die sich auf das Hallenbad in Roxel beschränkten: „Das aber ist die meiste Zeit belegt und steht so der Öffentlichkeit kaum zur Verfügung.“

Zurück zur Standortfrage: Die von der SPD vorgeschlagene Fläche befindet sich laut Aussage Jungs in städtischem Eigentum: „Damit ist schon eine wichtige Voraussetzung erfüllt: dass man sehr zügig hier etwas machen kann.“ Was bedeutet zügig? „Man kann direkt nach der Kommunalwahl hier Bebaungsrecht schaffen für ein Familien- und Freizeitbad.“

Die Erfahrung anderer Städte zeigt, dass solche Bäder erheblich wirtschaftlicher sind, als die Bäder hier in Münster.

Dr. Michael Jung

Das Konzept: „Familien- und Freizeitbad ist für uns nicht nur ein Sprungturm, sondern eine völlig andere Form von Schwimmbad“, so der Oberbürgermeister-Kandidat. Mit Blick auf die anderen Einrichtungen in Münsters Bäderlandschaft fehlt Jung beispielsweise ein überdachtes 50-Meter-Becken.

Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit könne man sich auch andere Nutzungen vorstellen: Sauna, Sole oder weitere Familien- und Freizeitangebote. Jung: „Die Erfahrung anderer Städte zeigt, dass solche Bäder erheblich wirtschaftlicher sind, als die Bäder hier in Münster.“

SPD will Spaßbad in Münster

Der Kommunalpolitiker macht eine Rechnung auf: „Das Bad in Roxel hat einen Kostendeckungsgrad von sieben Prozent, Familien- und Freizeitbäder decken 85 Prozent ihrer Kosten – wie zum Beispiel das Nettebad in Osnabrück.“ Haushaltspolitisch sei ein solches Bad kein wildes Unterfangen.

Beate Kretzschmar, Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksvertretung Münster-West, spricht auch den sozialen Aspekt an: „Es kann sich nicht jeder leisten, ins Umland zu fahren wie ins Maximare nach Hamm oder zum Cabrio Senden.“ Zudem müssten Eltern, deren Kinder in speziellen Kursen schwimmen lernen sollten, zum Teil weite Strecken in Kauf nehmen.

Spaßbad statt Südbad

Eines ist Michael Jung klar: Beim Bau eines Familien- und Freizeitbads, in dem auch der Sport nicht zu kurz kommen darf, sind Investitionen in Höhe von 20 bis 30 Millionen Euro zu erwarten. Aus diesem Grund gibt es auch eine klare Absage an eine andere Einrichtung: „Wir würden dann kein Südbad mehr bauen.“

Zurück zum Begriff Spaßbad. „Mit dem Begriff Spaßbad kann man mich gar nicht mehr ärgern“, sagt die SPD-Ratsfrau Doris Feldmann. „Das Ganze muss Spaß machen. Wer Kinder und Jugendliche zu Hause hat, der weiß: Die machen sich dann auf den Weg in die Bäder, wenn es Spaß macht.“

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