Stammzellenspende
24-jähriger Münsteraner rettet Frau aus Kanada das Leben

Münster -

Den ersten Anruf der DKMS bekam Stefan Dirks 2017: Der heute 24-Jährige rettete einer Frau aus Kanada mit seiner Stammzellenspende das Leben. Es entwickelte sich ein enger Kontakt – sodass der zweite Anruf vor wenigen Monaten für den Münsteraner noch mehr Bedeutung bekam.

Freitag, 04.09.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 12:40 Uhr
Der Münsteraner Stefan Dirks hat einer Frau aus Kanada gleich zwei Mal Stammzellen gespendet, denn „seine Patientin“ erlitt leider einen Rückfall.
Der Münsteraner Stefan Dirks hat einer Frau aus Kanada gleich zwei Mal Stammzellen gespendet, denn „seine Patientin“ erlitt leider einen Rückfall. Foto: DKMS

Vor drei Jahren hat Stefan Dirks aus Münster zum ersten Mal Stammzellen gespendet. Zwei Jahre später meldete sich die Empfängerin bei ihm, und es entwickelte sich ein regelmäßiger Kontakt. Dann der Schock: Vor wenigen Monaten stellte sich heraus, dass sie eine weitere Spende von ihm benötigte. Eine Selbstverständlichkeit für Dirks, der sich ein zweites Mal Stammzellen entnehmen ließ.

Der heute 24-Jährige ließ sich vor sechs Jahren bei der DKMS registrieren, wie es in einer Pressemitteilung der DKMS heißt. Damals ahnte der angehende Orthopädietechnik-Mechaniker nicht, welche Rolle dieser Entschluss ein paar Jahre später in seinem Leben spielen würde.

Den ersten Anruf der DKMS erhielt Dirks 2017. Obwohl er zuerst nicht genau wusste, was auf ihn zukommen würde, zögerte er keine Sekunde: „Für mich war immer klar: Eine Spende würde ich nie ablehnen.“

Erst stand es nicht gut um sie

Einige Tage nach der Spende erhielt Stefan Dirks Informationen zur Empfängerin seiner Stammzellen. Es handelte sich um eine Frau aus Kanada. „Dieser Moment war sehr besonders, denn ich hatte womöglich mit dieser kleinen und für mich simplen Aktion ein Leben gerettet“, erinnert er sich. Aufgrund der Anonymitätsregelung durften Stefan und die Empfängerin nach der Spende zwei Jahre lang keine Kontaktdaten austauschen. Stefan erhielt in dieser Zeit über die DKMS regelmäßig Neuigkeiten zum Gesundheitsstatus der Kanadierin. Zuerst stand es nicht gut um sie, doch nach anderthalb Jahren kam endlich die erlösende Nachricht: Die Patientin war auf dem Weg der Besserung.

Am Silvesterabend 2019 erhielt Dirks eine E-Mail von seiner Stammzellempfängerin: „Es war eine sehr lange und berührende Mail, in der sie schrieb, dass es ihr besser gehe und sie gerne Kontakt zu mir hätte. Ich war sehr ergriffen, als ich das las.“

Zweite Spende emotionaler 

Seitdem stehen die beiden in engem Kontakt. Doch im Mai dieses Jahres kam die Nachricht, dass sie sich wieder schlechter fühle und sie eine weitere Spende benötige. Und so spendete Stefan ein zweites Mal. „Diese zweite Spende war für mich deutlich emotionaler als die erste. Zu wissen, wer die Spende erhält und dass es der Patientin nicht gut geht, machte es noch mal viel bedeutsamer für mich.“

Er hoffe sehr, dass seine Empfängerin sich erholt und sie sich eines Tages persönlich treffen können, sagt Dirks. Der 24-Jährige möchte auch andere Menschen motivieren, sich registrieren zu lassen. „Es ist schade, dass es noch immer viele Vorurteile gegenüber der Stammzellspende gibt. Ich kann jedem nur dazu raten, sich bei der DKMS typisieren zu lassen und mit einer Spende etwas Gutes zu tun.“

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