Michael Jung (SPD) will mehr und günstigere Busse
Ziel: ÖPNV als günstigste und schnellste Fahrrad-Alternative

Münster -

Langsamer und teuer seien die Busse in Münster in den vergangenen Jahren geworden, sagt Dr. Michael Jung. Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat setzt im Wahlkampf auf eine Trendwende für den ÖPNV: Die schnelle und günstige Rad-Alternative soll die Verkehrswende bringen.

Freitag, 04.09.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 12:00 Uhr
SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung
SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung Foto: ret

„Es muss schneller, günstiger und bequemer werden“: SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung will die Verkehrswende in Münster vor allem über einen attraktiveren öffentlichen Nahverkehr schaffen. Im Moment sei das Auto für viele Münsteraner – gerade im Winter, wenn viele das Fahrrad stehen ließen – sowohl die günstigere als auch die schnellere Alternative.

"Ein-Euro-Ticket" als Ziel

Jung will daher ein „Ein-Euro-Ticket“ und 24 Stunden gültige Abos für den Busverkehr umsetzen. Von den aktuellen Abo-Angeboten, die erst am 8 Uhr gelten, könnten „alle, die einen konkreten Arbeitsbeginn haben oder im Schichtdienst arbeiten – also viele Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen, nicht profitieren“, so Jung.

Mit Blick auf die Gegenfinanzierung eines solchen Modells sagt Jung: „Wir müssen schauen, dass wir gemeinsam mit Bund und Land Fördermittel akquirieren.“ Notwendig ist das aus seiner Sicht jedoch nicht: In Münster gebe es Möglichkeiten, die Umstrukturierung auf kommunaler Ebene zu schaffen. Dass die Busse langsamer und teurer würden, liege vor allem an dem festgelegten „Maximal-Defizit“ des ÖPNV von etwa 14 Millionen Euro im Jahr, das nicht überschritten werden darf. „Dann muss entweder das Angebot ausgedünnt oder der Preis erhöht werden“, sagt Jung.

Vor dem Hintergrund, dass der ÖPNV grundsätzlich defizitär ist, müsste in das neue, deutlich günstigere Ticketsystem also ordentlich investiert werden. Kalkuliert habe man etwa fünf Millionen Euro pro Jahr, so Jung. „Das heißt auch, dass man andere Verkehrsträger anders bepreisen muss“, die Umgestaltung soll also mit angepassten, gestaffelten Parkhaustarifen einhergehen – und so auch eine „Lenkfunktion“ haben.

Neue Bahnhaltepunkte

Dass der Bus vergleichsweise unattraktiv ist, liege auch daran, dass dieser in den vergangenen Jahren immer langsamer geworden sei. Das Hauptproblem laut Jung: „Wir haben keine durchgehenden Busspuren. Das führt zu Verspätungen und dem langsamen Durchschnittstempo.“ Um kürzere Fahrtzeiten und eine höhere Taktung zu ermöglichen, seien durchgängige Busvorrangspuren an den Hauptverkehrsadern entscheidend.

Mittelfristig sollen reaktivierte Bahnstrecken und neue Bahnhaltepunkte das Angebot ergänzen und so auch die Bewohner der äußeren Stadtteile abholen.

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