„A-Z Architekten“ am 16. September
Johannes Nellissen, ein unbekannter Meister

Münster -

Wohnvillen und Geschäftshäuser, Kinos und Reihenhäuser: Der Architekt Johannes Nellissen hat sich mit vielen Bauten einen Namen gemacht. Jetzt wird ihm in der Reihe „A-Z Architekten“ ein Abend gewidmet.

Mittwoch, 09.09.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 12:19 Uhr
Stromlinien im Stadtraum: das Werkstattgebäude Kiffe (1927-29) von Johannes Nellissen (seit 2008 Jovel Music Hall).
Stromlinien im Stadtraum: das Werkstattgebäude Kiffe (1927-29) von Johannes Nellissen (seit 2008 Jovel Music Hall). Foto: Stefan Rethfeld

Heute ist den meisten der Architekt Johannes Nellissen (1879 bis 1950) eher unbekannt. Dabei zählte er im ersten Drittel des 20. Jahrhundertes zu den führenden Architekten in Münster. Er schuf Wohnvillen, gehobene Reihenhäuser und moderne Geschäftshäuser. Mit dem Kino „Schauburg“ an der Salzstraße realisierte er 1921/22 einen der größten Saalbauten der Stadt. Nahezu 100 Jahre später blickt der BDA Münster-Münsterland erneut auf dieses Schaffen. In der Reihe „A-Z Architekten“ wird Stefan Rethfeld am Mittwoch (16. September) um 19 Uhr in der Jovel Music Hall am Albersloher Weg 54 Leben und Werk von Johannes Nellissen vorstellen.

Nach seinem Architekturstudium in Berlin kam Nellissen um 1905 in ein prosperierendes Münster zurück. Jenseits der beengten Altstadt galt es, eine wachsende Provinzialhauptstadt stadträumlich zu entwickeln. Projekte wie ein Dortmund-Ems-Kanal, ein Hafen, ein zentraler Hauptbahnhof und eine neu konzipierte Ringstraße forderten Stadtpolitik und Stadtverwaltung heraus.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg schuf Nellissen erste Wohnbauten im Kreuzviertel und im Dechaneiviertel. Nach 1918 engagierte er sich mehrere Jahre kommunalpolitisch als Stadtverordneter im Rat der Stadt Münster.

Architektur stets weiterentwickelt

Ab 1924 bildete er zusammen mit Hans Ostermann und Franz Wethmar eine Bürogemeinschaft. Eine Reihe von Wohnvillen, Kirchen sowie Krankenhäusern (St. Franziskus-Hospital und andere) ermöglichte ihm, seine Architektur stets weiter zu entwickeln. Zitierte er zunächst barocke und klassizistische Vorbilder, so sprechen seine späteren Bauten eine moderne Formensprache. Als ein Schlüsselbauwerk kann das Werkstattgebäude der Firma Kiffe am Albersloher Weg gelten, das mit seiner dynamischen Form auf Vorbilder von Erich Mendelsohn verweist.

Der Abend verspricht, entdeckungsreich zu werden. Eine vorherige Anmeldung ist aufgrund der aktuellen Situation (Corona) erforderlich. Plätze können ab sofort mit Adressenangabe reserviert werden unter: bda-muenster@hehnpohl.de, Betreff: A-Z Architekten-02. Der Eintritt ist frei.

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