Niederdeutsche Heimat-Bühne
Corona-Pandemie bereitet Theater-Gruppe Sorgen

Münster -

Das erste Mal seit fast 70 Jahren kann die Niederdeutsche Heimat-Bühne in diesem Jahr kein Theaterstück zur Aufführung bringen. Das hat unterschiedliche Gründe - und führt zu einer weiteren Sorge.

Dienstag, 08.09.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 20:56 Uhr
Wolfgang Klein (l.) und Jochem Lüke, hier am Pängelanton, suchen eine neue Spielstätte für die Niederdeutsche Heimat-Bühne, die im vergangenen Jahr beinahe prophetisch das Stück „Wat mutt, dat mutt“, aufführte (kleines Bild)..
Wolfgang Klein (l.) und Jochem Lüke, hier am Pängelanton, suchen eine neue Spielstätte für die Niederdeutsche Heimat-Bühne, die im vergangenen Jahr beinahe prophetisch das Stück „Wat mutt, dat mutt“, aufführte (kleines Bild).. Foto: Björn Meyer/privat

Mehr Tradition geht eigentlich kaum. 1932 war die Geburtsstunde der Niederdeutschen Heimat-Bühne. Der Orts- und Schützenverein Gremmendorf suchte seinerzeit nach einem Weg, eine neue Fahne zu finanzieren. Der Rest ist – wortwörtlich – Geschichte. Man ersann die Idee eines Theaterstücks.

Die Aufführung wurde zum großen Erfolg, die KG Pängelanton und die Niederdeutsche Heimat-Bühne gründeten sich. Unterbrochen von den Kriegswirren bringen seitdem seit 1951 Laiendarsteller in jedem Jahr ein Stück zur Aufführung. Bis die Pandemie den Verein in diesem Jahr jäh stoppte – mehr noch, aufgrund von fehlenden Räumlichkeiten, befürchten die Offiziellen, dass die Niederdeutsche Heimat-Bühne in Vergessenheit geraten könnte. Doch dagegen will man sich stemmen.

Spielstätte steht nicht mehr zur Verfügung

Aufgrund des Umbaus der Pfarrkirche St. Ida hätte schon in diesem Jahr die Spielstätte der vergangenen Jahre nicht zur Verfügung gestanden, erzählt Vereinspräsident Jochem Lüke. Dazu kam die Corona-Pandemie, die es letztlich unmöglich gemacht habe, ein Stück, bei dem traditionell viele ältere Zuschauer – „also die Risikogruppe“, so Lüke – zuschauen, zur Aufführung zu bringen.

Die Verantwortlichen um Lüke und Wolfgang Klein nahmen die Skepsis vieler ernst – aber auch die Wehmut darüber, dass hier droht, etwas wegzubrechen, das viele Menschen über Jahrzehnte liebgewonnen haben. Denn auch für das kommende Jahr, ganz abgesehen von der Corona-Situation, steht fest, dass der Pfarrsaal in St. Ida nicht genutzt werden kann. Bislang steht die Niederdeutsche Heimat-Bühne, trotz veritabler Bemühungen, bildlich gesprochen auf der Straße.

Wenig Hoffnung auf Spielstätte in der York-Kaserne

Die Hoffnung ruht derzeit auf der evangelischen Friedenskirche am Erlenbusch. Dort habe man angefragt und warte noch auf eine Antwort. Nicht gut sieht es laut Klein und Lüke dagegen in absehbarer Zeit in der York-Kaserne aus. Zwar wäre das Offizierskasino, dass zum Veranstaltungsraum umgebaut werden soll, eine „wunderbare Spielstätte“, so Klein. Doch vor 2022, eher 2023, stünden die Räumlichkeiten wohl nicht zur Verfügung.

Es gibt nichts Schlimmeres für die Heimatbühne als zu unterbrechen.

Vereinspräsident Jochem Lüke

„Es gibt nichts Schlimmeres für die Heimatbühne als zu unterbrechen, denn wenn man nicht aufpasst, lässt das Interesse nach“, gibt Lüke sorgenvoll zu bedenken. Die Verantwortlichen hoffen daher auf ein positives Zeichen der Friedenskirche. Wer aber eine andere Möglichkeit weiß, den ermutigen Lüke und Klein, sich bei Ihnen zu melden – damit eine gut gehütete und viel geliebte Tradition noch lange fortgeführt werden kann.

Am 23. Oktober (Freitag) findet die Jahreshauptversammlung der KG Pängelanton ab 19.30 Uhr unter den gültigen Hygienebestimmungen im Friedenskrug statt.

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