Todeskino vor Stichwahl kämpferisch
„Wir werden mobilisieren, was geht"

Münster -

Der grüne Herausforderer in der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt legt nach. Peter Todeskino fordert eine Reorganisation der Stadtverwaltung. Für die Wahl hat er eine Wechselstimmung ausgemacht.

Dienstag, 15.09.2020, 20:00 Uhr
OB-Kandidat Peter Todeskino kritisiert Abläufe in Münsters Stadtverwaltung: „Hier wird geredet, geredet und geredet.“
OB-Kandidat Peter Todeskino kritisiert Abläufe in Münsters Stadtverwaltung: „Hier wird geredet, geredet und geredet.“ Foto: kb

Gibt es eine Wechselstimmung oder gibt es keine? Und falls ja, wie groß ist sie? Die neuen grünen Chefstrategen wollen eine ausgemacht haben. „Die Wechselstimmung ist da, und ich möchte sie nutzen“, sagte der grüne Oberbürgermeisterkandidat Peter Todeskino am Dienstagnachmittag zum Auftakt des Stichwahl-Wahlkampfes.

Grund für seine These: Die Grünen (30,3 Prozent) hätten fast alle Wahlkreise in der Innenstadt gewonnen und seien mit plus zehn Prozent als zweitstärkste Ratsfraktion die Gewinner der Wahl 2020. OB Markus Lewe (CDU), Todeskinos Gegner in der fälligen Stichwahl am übernächsten Sonntag (27. September), hat allerdings deutliche 44,6 Prozent bekommen. „Aber damit nicht die Mehrheit hinter sich, was man von einem Amtsinhaber erwarten könnte“, entgegnet Todeskino.

Lewe mit Blick auf Stichwahl zuversichtlich

Gleichwohl: Lewe zeigt sich zuversichtlich mit Blick auf die Stichwahl, auch weil die CDU die stärkste Partei (32,7 Prozent) ist. „Ich habe den Schweiß auf seiner Stirn gesehen“, reagierte Todeskino bei der Pressekonferenz. Indes: Der grüne Herausforderer hat selbst vergleichsweise deutlich weniger Stimmen, 28 Prozent, am vergangenen Sonntag eingefahren. Bedeutet für ihn: „Wir werden mobilisieren, was geht.“

Todeskino hat am Dienstag die unterlegenen OB-Kandidaten angeschrieben und um Unterstützung für die Stichwahl geben. „Ich würde mich freuen, wenn wir die anderen Lager gewinnen würden“, sagte er.

Todeskino will Verwaltung verändern

Todeskinos Motivation soll die Motivation der anderen sein. „Einen Wechsel an der Verwaltungsspitze halten wir für absolut erforderlich.“ Nur wenige Themen, die Schwarz-Grün politisch beschlossen habe, seien von der Verwaltung umgesetzt worden“, kritisiert er. Seine Beispiele: Verkehrskonzepte für 40 Millionen Euro seien weiterhin in der Pipeline. Für den Wohnungsbau seien 14 Flächen gekauft worden, nur zwei hätten Baurecht. „Wenn politische Programme nicht umgesetzt werden, läuft etwas schief“, so Todeskino. Er fordert eine Reorganisation der Verwaltung.

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