Nach Brand im Lager Moria
Münsters Oberbürgermeister will 80 Flüchtlinge aufnehmen

Münster -

Geht es nach Oberbürgermeister Markus Lewe, wird Münster 80 Geflüchtete aus dem abgebrannten Lager auf der griechischen Insel Lesbos aufnehmen – über den Verteilschlüssel für Geflüch­ete in Deutschland hinaus. Das erklärte am Dienstagabend ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. 

Dienstag, 15.09.2020, 19:58 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 20:41 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU)
Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) Foto: Oliver Werner

Lewe, der in dieser Woche als Vizepräsident des Städtetages Bundespräsident Frank Walter Steinmeier auf einer Reise nach Italien begleitet, werde Steinmeier dieses Angebot am Rande des Kurzbesuches in Italien erläutern, heißt es weiter. Die Stadt habe sichergestellt, dass in den Aufnahmeeinrichtungen sowie in Einrichtungen freier Träger wie der Diakonie oder der Caritas weitere 80 Geflüchtete über den allgemeinen Verteilschlüssel hinaus untergebracht werden könnten.

„Nicht länger zusehen, sondern handeln“ – das hatte Lewe zuvor mit Blick auf die Lage der geflüchteten Menschen auf Lesbos in einer Pressemitteilung erklärt. „Das ist ein Akt der Humanität. Wir stehen bereit“, erneuerte der Oberbürgermeister sein Angebot an Bund und Land. Aktuell plant die Bundesregierung nach Medienberichten offenbar, 1550 ausgewählte Migranten in Deutschland aufzunehmen, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden.

Münster ist Mitglied des Bündnisses „Städte sicherer Häfen“. Erst im März hatte der Rat beschlossen, 80 geflüchtete Menschen aus humanitären Gründen zusätzlich aufzunehmen. Interessanterweise positioniert sich Lewe in dieser Frage anders als die münsterische CDU. Am 12. September veröffentlichte unsere Zeitung den Wahl-Check. Eine Frage lautete, ob die Stadt mehr Flüchtlinge aufnehmen soll, als ihr zugewiesen werde. Die CDU-Antwort: Nein.

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