Aufklärung und Verkehrskontrollen
Polizei mahnt zu voller Konzentration im Straßenverkehr

Münster -

Ganz gleich ob hinter dem Autosteuer, am Fahrradlenker oder auch als Fußgänger: Die Polizei hat am Mittwoch im Rahmen eines europaweiten Aktionstages alle Verkehrsteilnehmer auf die Unfallgefahr durch Ablenkung hingewiesen – durch verstärkte Kontrollen und Aufklärung in der Stadt.

Mittwoch, 16.09.2020, 18:00 Uhr
Test am Pedelec-Simulator auf dem Lambertikirchplatz
Test am Pedelec-Simulator auf dem Lambertikirchplatz Foto: Karin Völker

Stefan Kuhlmann, Polizist im Verkehrsdienst beim Polizeipräsidium Münster, hat schon unruhigere Dienste erlebt als den Mittwochvormittag. Kuhlmann hatte zusammen mit Kollegen zuerst an der Weseler Straße, dann an der Kanalstraße / Ecke Promenade eine Auge auf die Wachsamkeit der vorbeifahrenden und -gehenden Verkehrsteilnehmer geworfen.

Die zen­trale Mission der Verkehrspolizei in ganz Europa an diesem Aktionstag: Menschen dafür zu sensibilisieren, ihre volle Aufmerksamkeit dem Verkehr zu schenken, sich durch nichts ablenken zu lassen. Denn Ablenkung, sagt Polizeioberrat André Niewöhner, ist die eigentliche Ursache für sehr viele Unfälle. Das Problem dabei: Wer verunglückt, nehme etwa den schnellen Blick aufs Handy oder Navi, die Unterhaltung mit dem Beifahrer gar nicht als Auslöser des Unfalls wahr. Darum lautet das Motto des Aktionstages mit Kontrollen und Aufklärung: „Augen auf die Straße!“

Test der Reaktionsfähigkeit

Am Lambertikirchplatz haben am Vormittag Passanten den Blick genau dorthin gerichtet – allerdings auf Bildschirme, die unfallträchtige Situationen simulieren. Hier, an einem Stand der Verkehrswacht, können Interessierte ihre Reaktionsfähigkeit testen lassen und – was vor allem ältere Menschen interessant finden – mit dem Pedelec-Simulator sehr anschaulich erfahren, welche Reaktionsschnelligkeit beim Pedelec-typischen Tempo 25 erforderlich ist.

Christoph Becker, Geschäftsführer der Verkehrswacht Münster, betont es immer wieder aufs Neue: „Eine so hohe Geschwindigkeit ist auf so engen und turbulenten Radwegen wie etwa an der Hammer oder der Wolbecker Straße völlig unangemessen und gefährlich.“

Nachricht tippen kann lebensgefährlich sein

Zurück zu Stefan Kuhlmann und den Verkehrskontrollen im ganzen Stadtgebiet, bei denen es vor allem um Aufklärung ging. Sein vorläufiges Fazit: „Wir haben nur wenige Verstöße festgestellt.“ Während des Fahrens eine Nachricht zu tippen zu oder zu telefonieren ist ohnehin möglicherweise lebensgefährlich – aber auch teuer, wenn Kuhlmann oder seine Kollegen es beobachten: 100 Euro kostet das Strafmandat für Autofahrer, Radfahrer zahlen 55 Euro.

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