H5N8 bei Perlhuhn nachgewiesen
Vogelgrippe-Fall im Allwetterzoo Münster

Münster -

Die Vogelgrippe hat im vergangenen Winter wieder Deutschland erreicht. Jetzt ist auch der Allwetterzoo in Münster betroffen. Ein totes Perlhuhn wurde positiv auf das H5N8-Virus getestet. 

Freitag, 18.09.2020, 13:10 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 13:12 Uhr
H5N8 bei Perlhuhn nachgewiesen: Vogelgrippe-Fall im Allwetterzoo Münster
Ein Mitarbeiter des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW) entnimmt einer Gans mit Verdacht auf Vogelgrippe eine Probe. Das Coronavirus hat ein Schlaglicht auf die Übertragung von Krankheiten vom Tier auf den Menschen geworfen. Tatsächlich gibt es solche "Zoonosen" oft. Foto: dpa (Symbolbild)

Der Allwetterzoo Münster hat aus Sicherheitsgründen einen Großteil der im Zoo lebenden Vögel hinter die Kulissen gebracht. Zudem wurden Volieren mit Planen überdacht. Hintergrund ist, dass im Rahmen der routinemäßigen veterinärmedizinischen Überwachung bei einem verstorbenen Perlhuhn H5N8, umgangssprachlich auch als Vogelgrippe bezeichnet, nachgewiesen wurde. Das hat der Zoo in Münster am Freitagmittag mitgeteilt.

Zoo Münster ergreift Vorsichtsmaßnahmen

Untersuchungen haben ergeben, dass es sich hier um eine Virus-Form handelt, die niedrigpathogen ist. „Das ist erstmal eine gute Nachricht. In unserem Fall und aufgrund der schnellen und gewissenhaften Vorgehensweise unseres Teams, werden wir voraussichtlich keine weiteren Einschränkungen haben“, sagt die Geschäftsführerin Dr. Simone Schehka. „Wir stehen in einem sehr engen Kontakt mit dem Veterinäramt und passen unsere zukünftigen Schritte den aktuellen Begebenheiten und Ergebnissen immer wieder an.“

Bei H5N8 handelt es sich um eine Viruserkrankung der Vögel, hervorgerufen durch das Influenza-A-Virus H5N8 (abgekürzt auch A/H5N8), der insbesondere bei Hühnervögeln vorkommt. Sie kann durch Wildvögel auf Zuchtgeflügel übertragen werden.

Die Vogelgrippe

Aviäre Influenza (von lat. avis, Vogel), umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die ihren natürlichen Reservoir Wirt im wilden Wasservogel hat. Diese Viren treten in zwei Varianten (gering/hochpathogen) und verschiedenen Subtypen (H1-16 in Kombination mit N1-9) auf. Geringpathogene aviäre Influenzaviren (LPAIV) der Subtypen H5 und H7 verursachen bei Hausgeflügel, insbesondere bei Enten und Gänsen, kaum oder nur milde Krankheitssymptome.

Allerdings können diese Viren spontan zu einer hochpathogenen Form (hochpathogene aviäre Influenzaviren, HPAIV) mutieren, die sich dann klinisch als Geflügelpest zeigt. Der Virus H5N8 war im Winter 2016/17 mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen und löste damals die bislang größte Vogelgrippe-Krankheitswelle in Deutschland und Europa aus. In deren Folge gab es eine wochenlange großflächige Stallpflicht für Geflügel in einigen Regionen Deutschlands.

...

Alle Vögel werden auf Vogelgrippe untersucht

Die durch Influenza-Viren verursachte Vogelgrippe ist eine sowohl bei in menschlicher Obhut gehaltenen Vögeln, als auch bei Wildvögeln anzeigepflichtige Tierseuche. Der Allwetterzoo sendet in Absprache mit dem Veterinäramt aktuell Proben all seiner Vögel im Zoo zur Untersuchung an das Friedrich-Loeffler-Institut.

„Die Frage ist, ob es noch weitere betroffene Vögel gibt. Eine Auswertung der Ergebnisse wird zeitnah erfolgen. Wir haben in allen Bereichen alle Vorkehrungen getroffen, um eine mögliche Ausbreitung zu unterbinden. Was uns zudem positiv stimmt, ist die Tatsache, dass es neben dem verstorbenen Perlhuhn zu keinen weiteren Ausfällen bei unseren Vögeln gekommen ist", so Simone Schehka in der Pressemitteilung. 

                                                                                                                  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7590390?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker