Zufahrten zu Roxeler Rasthöfen werden immer wieder als Schleichwege genutzt
Verwaltung lehnt Sperrung ab

Münster-Roxel -

Stadt, Feuerwehr und Polizei sprechen sich dagegen aus, die Verbindungswege zu den Autobahnrasthöfen Münsterland-Ost und -West für Unbefugte dicht zu machen.

Freitag, 18.09.2020, 23:29 Uhr
Obwohl sie für den allgemeinen Verkehr gesperrt sind, werden die Zufahrten zu den Roxeler Rasthöfen immer wieder von unbefugten Pkw- und Lkw-Fahrern als willkommene Schleichwege genutzt.
Obwohl sie für den allgemeinen Verkehr gesperrt sind, werden die Zufahrten zu den Roxeler Rasthöfen immer wieder von unbefugten Pkw- und Lkw-Fahrern als willkommene Schleichwege genutzt. Foto: sch

Dass sich viele Roxeler – insbesondere Anlieger – schon seit Jahren darüber ärgern, ist kein Geheimnis: Die Verbindungswege zu den Roxeler Autobahnrasthöfen Münsterland-Ost und -West werden tagaus, tagein von Unbefugten frequentiert. Pkw- und Lkw-Fahrer nutzen sie trotz Verbots, um zügig von der Autobahn abzufahren oder auf eben diese zu kommen. Das hatte die Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-West – wie berichtet – unlängst dazu bewegt, die Schließung der „Schleichwege“ zu fordern. Doch daraus soll laut einer Stellungnahme der Stadt nichts werden.

Die Zufahrten zu den Rastanlagen sind – und darauf wird per Beschilderung auch deutlich hingewiesen – nur für den Betriebs- und Versorgungsdienst freigegeben. Sie sind beide an die Straße Am Rohrbusch angebunden, was sie insbesondere für Verkehre in Richtung Roxel, Gievenbeck und Mecklenbeck interessant macht.

Auf Antrag der Grünen hatten sich das Amt für Mobilität und Tiefbau, die münsterische Feuerwehr und die Polizei gemeinsam mit dem Thema befasst. Sie kamen zu dem Schluss, dass Durchfahrsperren an den Rasthöfe-Zuwegungen keinen Sinn machen, da schlichtweg zu viele Nachteile mit ihnen verbunden seien.

In einer Stellungnahme zum Antrag aus der Bezirksvertretung weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass es an der Straße Am Rohrbusch im Bereich der Rastanlagen nach polizeilicher Statistik keinerlei Unfallhäufungen gebe: „Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist eine bauliche Sperrung der Wege daher nicht erforderlich.“

Darüber hinaus könnten Kontrollen der Rasthöfe-Zufahrten, für die allein die Polizei zuständig sei, nur im Rahmen der personellen Möglichkeiten durchgeführt werden. Da sie jedoch aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht erforderlich seien, stünden sie nicht im Zentrum der polizeilichen Aufgabenerfüllung, stellt die Verwaltung klar.

Die Installation von Durchfahrsperren – zum Beispiel Sperrpfosten oder Schranken – lehnen die Verantwortlichen von Stadt, Feuerwehr und Polizei ebenfalls ab. Die Zufahrten zu den Rasthöfen seien Bestandteil des Feuerwehrvorbehaltsnetzes und sowohl für Rettungsdienste nebst Feuerwehr von hoher Bedeutung. Schranken, die mit automatischen Systemen ausgestattet seien und sich bei Annäherung Befugter automatisch oder per Transpondern öffnen, lehnt die Verwaltung ebenfalls ab. Sie seien im Hinblick auf ihre Betriebssicherheit sehr wartungsintensiv: „Eine dauerhafte Funktionsfähigkeit rund um die Uhr kann zudem nicht gewährleistet werden.“

Darüber hinaus müsse im Falle des Falles bei der Vielzahl der infrage kommenden Einsatzfahrzeuge von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr sowie sonstiger Zufahrtsberechtigter (unter anderem Mitarbeiter der Raststätten, der Straßenunterhaltung und des THW) eine enorme Menge von Transpondern ausgegeben werden. Da bei einigen Unfällen auf der Autobahn auch Einsatzkräfte aus umliegenden Kreisen eingesetzt würden, sei der Kreis der auszustattenden Personen nicht abschließend bestimmbar.

„Im Ergebnis können aus dem genannten Gründen keine Durchfahrsperren eingerichtet werden“, hebt die münsterische Stadtverwaltung hervor.

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