Koordinierung durch Krisenstab
Evakuierung: 1000 Helfer im Mauritz-Viertel im Einsatz

Münster -

6.17 Uhr schrillten am Sonntag die Alarmpiepser bei rund 350 freiwilligen Wehrleuten aller Löschzüge in Münster, gleichzeitig setzten sich die vier lokalen Hilfsorganisationen mit kompletter Stärke und das Technische Hilfswerk in Bewegung. Das Projekt „Großevakuierung von 16 000 Menschen“ startete.

Sonntag, 20.09.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 16:00 Uhr
In der Feuerwehr-Einsatzleitstelle herrschte ab 7 Uhr Hochbetrieb. der Führungsstab koordinierte die 1000 Helfer im Mauritz-Viertel..
In der Feuerwehr-Einsatzleitstelle herrschte ab 7 Uhr Hochbetrieb. der Führungsstab koordinierte die 1000 Helfer im Mauritz-Viertel.. Foto: hpe

Während sich die Helfer in Bereitschaftsräumen rund um das betroffene Mauritz-Viertel sammelten, trat im Krisenstabsraum der Berufsfeuerwehr am York-Ring die Einsatzleitung zusammen. Polizei und Feuerwehr arbeiteten hier Hand in Hand, koordinierten die Besetzung von Sperrstellen, die Verpflegung aller Helfer und setzten die Hilfsorganisationen ein, um Menschen mit Handicap oder Erkrankungen aus dem Sperrgebiet in Betreuungsstellen bringen zu können.

Fliegerbomben gegen Mittag in Münster entschärft

„Es läuft alles wie am Schnürchen, die Bevölkerung war gut informiert und vorbereitet. Es gab nur sehr wenig Probleme bei der Evakuierung“, so das Fazit von Krisenstabschef Wolfgang Heuer.

Großevakuierung und Bombenentschärfung in Münster-Mauritz

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  • Diese zwei Blindgänger wurden erfolgreich entschärft. Hunderte Einsatzkräfte waren bei der wohl größten Evakuierung der Stadtgeschichte im Einsatz.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Fünf Verdachtspunkte gab es im Vorfeld, drei stellten am Ende keine Gefahr da.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Verdachtspunkte wurden nach der Evakuierung freigelegt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Polizei riegelte hier die Straßen ab.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Radfahrer werden von der Polizei über die Großevakuierung aufgeklärt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Feuerwehr durchkämmte mit 180 Teams das Evakuierungsgebiet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Rund 400 Feuerwehrleute waren am Sonntag in Mauritz im Einsatz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke

Spezielle Einheiten standen zusätzlich in Bereitschaft, falls es während des personalintensiven Großeinsatzes zu weiteren Einsätzen wie Bränden oder schweren Unfällen gekommen wäre. Zum Glück blieb die Lage ruhig und der Führungsstab konnte sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Und alle waren froh, dass schon am Mittag der ganze Spuk vorbei war. 

Stellungnahme von Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer

Der für die Evakuierung verantwortliche Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer war nach der Entschärfung der Bomben zufrieden mit dem Ablauf. „Von morgens früh bis zum Ende in den Mittagsstunden hat alles perfekt geklappt“, sagte Heuer. Ausdrücklich lobte er die Mitarbeit der Bevölkerung. „Wir hatten nur wenig Probleme mit Menschen, die nicht verstanden haben, worum es geht“, sagte Heuer mit Blick auf die sieben Anwohner, die erst nach der zweiten, verbalen Aufforderung der Polizei ihre Wohnungen verlassen haben.

„Die gesamte Aktion ist gelaufen wie an der Perlenschnur“, fasste Bernd Voges, Sprecher der Feuerwehr Münster, den Tag zusammen. Oberbürgermeister Lewe bedankte sich an der Stiftsstraße – einem der beiden Fundorte – persönlich bei den Expertinnen und Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes.

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Verkehr kaum beeinträchtigt

Zahlreiche Straßen, Bushaltestellen und auch eine Bahnlinie lagen in dem rund zwei Quadratkilometer großen Evakuierungsgebiet, das wegen der Blindgängersuche am Sonntag geräumt werden musste. Die  Auswirkungen auf den Verkehr waren angesichts dieser Größenordnung aber überschaubar. Staus habe es keine gegeben, teilte die Polizei mit.

Die Beamten hoben die Straßensperrungen, die sie um 8 Uhr errichtet hatten, um 13 Uhr wieder auf – eine halbe Stunde nach der Entschärfung der beiden Weltkriegsbomben. Die Busse der Stadtwerke umfuhren in der Zeit das Gebiet. Die Deutsche Bahn musste bis 13.45 Uhr einige Fernzüge umleiten, weil diese den Hauptbahnhof Münster nicht ansteuern konnten, teilte eine Bahnsprecherin mit. Reisende des Nah- und Regionalverkehrs waren demnach nicht von Zugausfällen betroffen. In der Halle des Hauptbahnhofes fanden sich nur vereinzelt gestrandete Reisende.

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