Münsterland-S-Bahn
Grüne fordern: Bahn soll Coerde anbinden

Münster -

Oberbürgermeister Markus Lewe kämpft für die Münsterland-S-Bahn. Den Grünen aber geht das Projekt nicht schnell genug – und sie beklagen einen vergessenen Stadtteil.

Dienstag, 22.09.2020, 20:00 Uhr
Die Münsterland-S-Bahn soll die Speicherstadt erreichen, fordern (v.l.) Georg Hundt (Betreiber Radstation), Grünen-Ratsherr Carsten Peters sowie
Die Münsterland-S-Bahn soll die Speicherstadt erreichen, fordern (v.l.) Georg Hundt (Betreiber Radstation), Grünen-Ratsherr Carsten Peters sowie Foto: Matthias Ahlke

Rund 1200 Meter vom Haltepunkt im Zentrum Nord entfernt, will der grüne Oberbürgermeister-Kandidat Peter Todeskino in der Coerder Speicherstadt einen weiteren Haltepunkt installieren. „Weil hier schon Gleise liegen“, wie er am Dienstag vor Ort in der Mittagssonne herausstellt. Züge, die derzeit im Zentrum Nord endeten, würden dann bis nach Coerde fahren.

Grüne fordern neuen Bahnaltepunkt

Der neue Bahnhaltepunkt soll nach den Vorstellungen der Grünen Teil der schon länger in Planung befindlichen Münsterland-S-Bahn werden. Bei seiner Idee für eine autofreie Innenstadt­ setzt Todeskino neben zügigen Bussen und Velorouten nämlich auf das Schienenprojekt, für das sich sein Mitbewerber bei der Stichwahl am kommenden Sonntag schon seit Jahren einsetzt.

„Menschen aus Außenbezirken und Umland sollen schneller und bequemer in die Stadt kommen“, wirbt Todeskino für seine Vorstellungen. Dem amtierenden Oberbürgermeister Markus Lewe wirft er vor, in den vergangenen Jahren zu wenig Handfestes für die Münsterland-S-Bahn getan zu haben.

Aus Sicht des grünen OB-Bewerbers hapert es an der Umsetzung. „Dann hätten wir längst einen Haltepunkt in Handorf und könnten den Unfug B 51 vergessen“, sagt er in Anspielung auf den geplanten Ausbau der Bundesstraße zwischen Münster und Telgte.

Weiter fordert er einen Haltepunkt am Preußen-Stadion. Dort müsse man „kreativ vorgehen“, um den Bahn-halt „möglichst aus den 40 Millionen Euro zu entfrachten“, die für die Stadion-Sanierung bestimmt sind. Weiter spricht sich Todeskino für Haltepunkte an der Halle Münsterland und in Kinderhaus aus. Für den Fall seines Wahlsiegs kündigt er „eine eigene Projektgruppe in der Verwaltung an“, die sich um die Umsetzung kümmert. Ein langes Warten auf das Verkehrskonzept 2035 des Stadtbaurats könne man sich nicht leisten.

Kritik vom Betreiber der Radstation

Georg Hundt, Betreiber der Radstation und Mitglied im IHK-Verkehrssausschuss, kritisiert an der Seite Todeskinos, dass es für die Münsterland-S-Bahn bislang „keine umsetzungsreifen Planungen gebe“. „Geld geht an uns vorbei“, sagt Hundt unter Verweis auf öffentliche Fördergelder für solche Projekte. „Das darf nicht so weitergehen.“

Grünen-Ratsherr Carsten Peters betont, dass sich seine Partei schon seit vier Jahren für einen Haltepunkt in Coerde stark gemacht habe. Derweil senken sich zum dritten Mal während des rund 30-minütigen Pressegesprächs am nahe liegenden Bahnübergang Holtmannsweg die Schranken – ein Problem, das Rad- und Autofahrern, Fußgängern sowie Anwohnern in Coerde seit Jahren gleichermaßen unter den Nägel brennt.

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