Städtisches Schul-Projekt ausgezeichnet
Aktiv in Nachbars Garten

Münster -

Schulgärten gibt es schon länger – und auch die immer wiederkehrenden Probleme damit. Drei Schulen sind nun einen anderen Weg gegangen und dafür ausgezeichnet worden.

Donnerstag, 24.09.2020, 20:45 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 21:10 Uhr
Vertreter der Stadt Münster sowie der ausgezeichneten Schulen nahmen im Beisein von Oberbürgermeister Markus Lewe (4.v.r.) die Auszeichnung durch Viktor Haase (4.v.l.) vom NRW-Umweltministerium entgegen.
Vertreter der Stadt Münster sowie der ausgezeichneten Schulen nahmen im Beisein von Oberbürgermeister Markus Lewe (4.v.r.) die Auszeichnung durch Viktor Haase (4.v.l.) vom NRW-Umweltministerium entgegen. Foto: Björn Meyer

Bei Schulgärten, sagte Umweltdezernent Matthias Peck am Donnerstagnachmittag im Garten der Bodelschwinghschule, sei es immer das gleiche Problem: „Wenn es richtig viel zu tun gibt, ist in der Schule nichts los.“ Problem erkannt, Problem gebannt, denn neben der Bodelschwinghschule wurden zudem auch das Steingymnasium und die Eichendorffschule am Donnerstag im Rahmen des UN-Dekade-Projekts Biologische Vielfalt für die „Schulgärten im Quartier“ ausgezeichnet. Das Prinzip ist ebenso simpel, wie erfolgreich: Nicht nur Schülern und Lehrern, sondern auch Nachbarn und Institutionen wird die Gelegenheit gegeben, in den Gärten mit anzupacken. „Das hat super geklappt“, zog Martina Ventker, Schulleiterin der Bodelschwinghschule, unter die Aktivitäten der Nachbarn ein Fazit. Die hätten im Sommer „nach dem Rechten geschaut, geerntet und gewerkelt“.

Auch Oberbürgermeister Markus Lewe, der das Projekt mit seiner Verwaltung im Rücken angeschoben hatte, musste nicht lange suchen, um begeisterte Worte zu finden: „Natur gehört in die Mitte der Wohngebiete“, befand Lewe, der vor allem das haptische Erfahren von Natur heraushob: „Das hier, das kann kein Buch ersetzen.“

Dass die Gärten, wie Lewe ebenfalls betonte, viele verschiedene Funktionen erfüllen, befand auch Viktor Haase, Leiter der Abteilung „Nachhaltige Entwicklung. Klimawandel, Umweltwirtschaft“ im NRW-Umweltministerium. Das Projekt der Schulgärten im Quartier komme nicht nur der Natur zugute, es stärke auch die Aufenthaltsqualität der betroffenen Quartiere sowie den sozialen Zusammenhalt der Menschen, die aktiv mitgestalten würden. Und das alles in einer Zeit, in der die Gesellschaft an die planetaren Grenzen gehe – und darüber hinaus.

Nur einen Haken gibt es derzeit bei den drei Naturgärten. Auch hier nämlich hat die Pandemie dem einen oder anderen geplanten Projekt einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Irgendwann aber ist auch das vorbei, und wir können hier wieder alle nah nebeneinander stehen“, sagte Peck.

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