Hauptgesellschafter des Evangelischen Krankenhauses „Johannisstift“
Alexianer übernehmen das EVK

Münster -

Die Sache ist praktisch in trockenen Tüchern: Die Alexianer übernehmen das EVK. Darauf haben sich die Gesellschafter jetzt verständigt.

Dienstag, 29.09.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 09:02 Uhr
Die Alexianer werden Hauptgesellschafter des EVK, darauf haben sich die Trägergesellschaften verständigt. Noch müssen alle Beteiligten und das Bundeskartellamt formal zustimmen.
Die Alexianer werden Hauptgesellschafter des EVK, darauf haben sich die Trägergesellschaften verständigt. Noch müssen alle Beteiligten und das Bundeskartellamt formal zustimmen. Foto: Oliver Werner

Das Evangelische Krankenhaus (EVK) bekommt aller Voraussicht nach einen katholischen Hauptgesellschafter: Die Mehrheitsanteile der „Evangelisches Krankenhaus Johannisstift Münster gGmbH“ sollen an die Alexianer übertragen werden. Voraussetzung ist die Zustimmung der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Gremien sowie die Freigabe durch das Bundeskartellamt.

Einziger Mitgesellschafter: die Uniklinik

 

Die laut Pressemitteilung „äußerst konstruktiven und zielführenden“ wurden zwischen der Alexianer GmbH und der Valeo-Kliniken GmbH Hamm geführt – letztere ist eine evangelischen Krankenhausträgergesellschaft, die neben dem EVK Münster auch Krankenhäuser in Gronau, Hamm und Lippstadt unterhält. Den Beschluss zur Veräußerung der Mehrheitsanteile hatte der Valeo-Aufsichtsrat bereits Ende letzten Jahres beschlossen, heißt es. Danach entschlossen sich auch die übrigen Minderheitsgesellschafter – der Evangelische Kirchenkreis Münster, das Diakonissenmutterhaus Münster und die Evangelische Krankenhaus Fördergesellschaft Hamm – ihre Anteile ebenfalls an die Alexianer zu veräußern. Einziger Mitgesellschafter bleibt – „zumindest vorerst“, wie es heißt – das Universitätsklinikum Münster (UKM).

„EVK-Profile bleiben erhalten“

Käufer und Verkäufer seien sich einig darin, dass das Profil des Hauses als Spezialist für Altersmedizin erhalten bleibt, und dass auch die evangelische Krankenhausseelsorge einen festen Platz im Zukunftskonzept des Hauses haben wird. „Das Konzept der Altersmedizin im Johannisstift Münster ist für die Versorgung in Münster absolut stimmig“, sagt Jochen Brink, Vorstand der Valeo-Kliniken GmbH. „Aber gerade die Altersmedizin benötigt neben der eigenen Alterschirurgie sehr enge Verbindungslinien zu weiteren Fachabteilungen, um Patienten vor und nach Operationen integrativ altersmedizinisch zu versorgen.“ Das lasse sich besonders gut gewährleisten, wenn ein Träger in unmittelbarer Umgebung weitere Krankenhäuser mit verschiedenen Fachrichtungen betreibe. Das sei bei den Alexianern der Fall.

Synergieeffekte erwartet

„Durch den Zusammenschluss ergeben sich weitreichende Synergieeffekte, die wir in Münster mit der Raphaelsklinik, dem Clemenshospital und dem Gerontopsychiatrischen Bereich des Alexianer-Krankenhauses nutzen können“, sagt Andreas Barthold, Hauptgeschäftsführer der Alexianer GmbH. Insgesamt setzen die Alexianer nach eigenen Angaben mit rund 25 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in sechs Bundesländern und elf Regionen „die Strategie eines gesunden wirtschaftlichen Wachstums fort“, wie es heißt.

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