Haushaltsplan für 2021
Keine neuen Stellen: Stadtverwaltung will auf die Bremse treten

Münster -

Mit der Stellenexpansion in der münsterischen Stadtverwaltung soll Schluss sein. Im Jahr 2021 will man einen anderen Weg einschlagen.

Dienstag, 29.09.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 17:30 Uhr
Wolfgang Heuer
Wolfgang Heuer will dem Rat keine zusätzlichen Stellen im Haushaltsplan für das nächste Jahr vorschlagen, wie er sagt. Foto: Oliver Werner

Während sich der Tarifstreit im öffentlichen Dienst mit Warnstreiks in unterschiedlichen Bereichen verschärft, hat Personaldezernent Wolfgang Heuer ausrechnen lassen, was die aktuelle, von der Gewerkschaft Verdi geforderte Tarifsteigerung von 4,8 Prozent die Stadt Münster kosten würde: Um 10,4 Millionen Euro würden demnach die Personalkosten in der Stadtverwaltung im kommenden Jahr steigen, sollte es tatsächlich einen Tarifabschluss in dieser Höhe geben; anteilig für das laufende Jahr kommt Heuer noch auf einen Betrag von 3,2 Millionen Euro.

Stadt werde nicht eiskalt erwischt

Allerdings ist aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu erwarten, dass das Ergebnis der Tarifverhandlungen unter der derzeitigen Forderung liegen wird. „Aber eine Verbesserung wird kommen, und die Stadt Münster hat im Haushalt Vorsorge dafür getroffen“, sagt Heuer unter Verweis auf die dort bereits vorsorglich veranschlagten Gehaltssteigerungen. Die Stadt werde so jedenfalls nicht eiskalt erwischt. Mit einer Einigung im Tarifstreit rechnet Heuer Ende Oktober.

Derweil hat die Stadtverwaltung das Personaltableau für 2021 in den Blick genommen. Heuer will dem Rat keine zusätzlichen Stellen im Haushaltsplan für das nächste Jahr vorschlagen, wie er sagt. „Nach Jahren der Stellenausweitung soll im kommenden Jahr der derzeitige Stellenplan der Stadtverwaltung nach Möglichkeit eingefroren werden.“

"Weitreichende Kurskorrektur"

Selbstverständlich spiele hierfür die erwartete Haushaltssituation unter dem Eindruck der Corona-Pandemie eine ausschlaggebende Rolle, erklärt der städtische Personaldezernent, der in diesem Zusammenhang von einer „weitreichenden Kurskorrektur“ beim Stellenplan spricht. Dem Stellenzuwachs der vergangenen Jahre – laut Heuer 1200 Stellen in sechs Jahren – will die Verwaltungsspitze deshalb aus finanziellen Gründen zunächst ein Ende setzen. Der Dezernent sieht aber noch einen Grund, „nach der stark expansiven Stellenentwicklung der letzten Jahre“ 2021 auf neue Stellen zu verzichten: „Wir haben genug zu tun, die zahlreichen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu uns kommen, zu integrieren.“

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