Entwurf für neues Stadthaus 4
Begrünte Dachterrasse als Krönung

Münster -

Die Stadt hat 55.000 Quadratmeter für die Verwaltung angemietet. Das könnte sich durch ein neues Stadthaus 4 ändern. Einen favorisierten Entwurf dafür gibt es schon mal.

Mittwoch, 30.09.2020, 09:00 Uhr
Der Entwurf des Berliner Architekturbüros Hascher Jehle sieht für das Stadthaus 4 am Albersloher Weg einen sechsstöckigen Neubau mit viel Licht und Grün vor (Ansicht aus Richtung Stadthaus 3).
Der Entwurf des Berliner Architekturbüros Hascher Jehle sieht für das Stadthaus 4 am Albersloher Weg einen sechsstöckigen Neubau mit viel Licht und Grün vor (Ansicht aus Richtung Stadthaus 3). Foto: loomn architekturkommunikation

Aller guten Dinge sollen nun vier sein: Drei Stadthäuser beherbergen bislang Teile der münsterischen Stadtverwaltung, ein viertes soll hinzukommen. Wenn alles zügig läuft, könnte schon Ende 2024 auf dem rund 7200 Quadratmeter großen Grundstück an der Straße Kiesekamps Mühle/Albersloher Weg gegenüber der Diskothek „Jovel“ der bis zu sechs Geschosse hohe Neubau mit bodentiefen Fenstern und begrünten Dachflächen entstehen.

Einen favorisierten Entwurf für das neue Stadthaus 4 hat eine 17-köpfige Jury unter ebenso vielen Beiträgen eines Architekturwettbewerbs jedenfalls ausgemacht. Gewonnen hat diesen das Berliner Büro Hascher Jehle Architektur. Und die Spitzen von Stadt und Stadtwerken, die das Gebäude wie schon beim benachbarten Stadthaus 3 bauen sollen, kommen regelrecht ins Schwärmen, als sie den Siegerentwurf am Dienstag der Öffentlichkeit vorstellen.

„Ich bin froh, dass wir an diesem Punkt stehen“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe – nicht nur, weil der Bau dem Konzept der Nachhaltigkeit dank Tragwerk aus Holz, begrüntem Innenhof und Photovoltaikanlagen Rechnung trägt. Hier lasse sich die Verwaltung der Zukunft abbilden, meint Lewe. Diese besteht aus mehr Projektarbeit, einem höheren Grad an Digitalisierung und Flexibilisierung, heißt es.

Einen Kostenrahmen von 56 Millionen Euro hat der Rat dem Bauherrn gesetzt, der das Gebäude später der Stadt Münster langfristig verpachten wird. Bis zu 650 Mitarbeiter aus vier Ämtern sollen dort einziehen. Untergebracht werden eines Tages im neuen Stadthaus Sozialamt, Jobcenter, Amt für Wohnungswesen und Grünflächenamt. „Unser Vorzeigehaus wird es werden“, betont Personaldezernent Heuer.

Der Haupteingang öffnet sich zum Albersloher Weg. Im Erdgeschoss und im ersten Stock sollen bürgernahe Dienstleistungen angeboten werden wie jetzt im Stadthaus 2 am Ludgerikreisel. Das sei dafür aber eigentlich gar nicht geeignet, stellt Heuer fest. Die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Stadtverwaltung verteilt sich abgesehen von den drei bestehenden Stadthäusern wie ein Flickenteppich über zahlreiche angemietete Standorte mit laut Heuer 55.000 Quadratmetern über die ganze Stadt. Das dürfte sich dank der 16.000 Quadratmeter des neuen Stadthauses ändern.

Die Tiefgarage soll 95 Autos Platz bieten, vor allem aber 330 Fahrrädern. Im Erdgeschoss des südlichen Gebäudeteils ist überdies eine Großtagespflegestelle mit neun U3-Plätzen vorgesehen. Diese Planung könnte sich aber noch ändern, wenn sich für die Stadt anderorts im Hafen-Bereich die Möglichkeit zum Bau einer städtischen Betriebskita ergibt.

Mit zweieinhalb Jahren Bauzeit für das Stadthaus 4 rechnen die Stadtwerke nach Erteilung von Baugenehmigung und Baubeschluss.

Alle Wettbewerbsentwürfe werden vom 5. bis 16. Oktober zwischen 9 und 18 Uhr im Kundenservicecenter der Stadtwerke öffentlich ausgestellt.

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