Video über „Sarahs Geschichte“
Schüler brechen Tabu Krebs

Münster -

Als eine Mitschülerin an Krebs erkrankte, erfuhr die 17-jährige Sarah viel Unterstützung. Jetzt hat der Religionskurs der Friedensschule ein Video über den Umgang mit dem Krebs gedreht und mit dem Film einen Preis gewonnen.

Donnerstag, 01.10.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 21:15 Uhr
Sarah Lülf (vordere Reihe 3.v.r.) und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler aus dem Religionskurs der Q2.
Sarah Lülf (vordere Reihe 3.v.r.) und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler aus dem Religionskurs der Q2. Foto: pd

Es war eine Routineuntersuchung, an deren Ende die Diagnose stand: Lymphdrüsenkrebs. Für die damals 17-jährige Sarah Lülf ein Schock. Doch die Schülerin der Bischöflichen Friedensschule in Münster sieht in ihrer bösartigen Erkrankung eine Chance: Mit Unterstützung ihrer Schule setzt sie sich dafür ein, mit dem Tabu Krebs zu brechen. „Ich wünsche mir, dass mehr über das Thema gesprochen wird“, sagt die Havixbeckerin.

Wettbewerb gab Ausschlag

Ein Wettbewerb gab den Ausschlag: Sarahs Religionskurs unter der Leitung von Anke Roß drehte ein Video über die Geschichte der Schülerin. Beim Kick-Wettbewerb der Stadtwerke Münster belegten die Schüler jetzt den ersten Platz in der Kategorie „Gesellschaft und Soziales“. Sarah Lülfs offener Umgang mit ihrer Erkrankung hat es ihrem Umfeld erleichtert. „Nach der Diagnose habe ich meine engsten Freunde angerufen und dann meiner Familie, meinen Mitschülern und meinen Lehrern von der Krebserkrankung erzählt“, blickt die jetzt 18-Jährige zurück. Sechs Monate konnte sie nicht zur Schule gehen, wurde im Uniklinikum Münster mit einer Chemotherapie und Bestrahlungen behandelt. Ihre Lehrer unterrichteten sie zu Hause, damit sie zumindest den Anschluss in den Abiturfächern nicht verlor. „Ich habe viel Besuch bekommen, auch von Leuten, von denen ich das gar nicht erwartet hätte“, erinnert sich Sarah Lülf gerne an den großen Zuspruch, den sie während ihrer Krebserkrankung bekommen hat.

Nach den Sommerferien kehrte die 18-Jährige zurück in die Schule, aber allein ihre kurzen Haare, die nach der Chemotherapie wieder anfingen zu wachsen, erinnerten sie und ihre Mitschüler weiterhin an den Kampf gegen die Krankheit. Dann entdeckte Lehrerin Anke Roß die Ausschreibung eines Video-Schulwettbewerbs – „da war bei mir die Idee geboren“, berichtet Roß. Gemeinsam erarbeiteten die Schüler einen Regieplan, bauten Szenen ein, in denen Sarah selbst ihre Geschichte erzählt, in denen aber auch Lehrer und Mitschüler zum Thema Krebs befragt werden. Mit Sarahs Einverständnis wurden Sequenzen in der Uniklinik gedreht.

Erster Platz

Beim „Kick“-Wettbewerb der Stadtwerke Münster landetet das siebenminütige Video jetzt ganz vorne. Seit elf Jahren fördert die Initiative laut Pressemitteilung neue, zukunftsweisende Projekte, für die sich Schüler und Lehrer freiwillig über den normalen Lernstoff hinaus einsetzen.

Das Video der Friedensschüler ist auf dem Youtube-Kanal der Krebsgesellschaft NRW zu finden und auf www.stadtwerke-muenster.de/kick/kick.

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