Er verband Münster mit dem Umland
Dr. Hermann Fechtrup mit 92 gestorben

Münster -

Der frühere Oberkreisdirektor des Landkreises Münster und Oberstadtdirektor, Dr. Hermann Fechtrup, ist gestorben. 16 Jahre lang stand Fechtrup an Münsters Verwaltungsspitze.

Freitag, 02.10.2020, 19:30 Uhr
Dr. Hermann Fechtrup war sowohl Oberkreisdirektor als auch Oberstadtdirektor.
Dr. Hermann Fechtrup war sowohl Oberkreisdirektor als auch Oberstadtdirektor. Foto: ah

Eine der prägenden Persönlichkeiten der münsterischen Nachkriegsgeschichte, Dr. Hermann Fechtrup (CDU), ist gestorben. Der frühere Oberkreisdirektor des Landkreises Münster und spätere Oberstadtdirektor von Münster starb am vergangenen Montag im Alter von 92 Jahren. Erst vor wenigen Wochen war ein politischer Wegbegleiter Fechtrups, und zwar der frühere münsterische Oberbürgermeister Dr. Werner Pierchalla, im Alter von 98 Jahre gestorben.

16 Jahre lang an der Spitze der Stadtverwaltung

16 Jahre lang, von 1973 bis 1989, stand der gebürtige Münsteraner und vierfache Vater Fechtrup an der Spitze der münsterischen Stadtverwaltung. Zu seinen schwierigsten Aufgaben, die Fechtrup gemeinsam mit Pierchalla meisterte, gehörte 1975 die kommunale Gebietsreform. Zahlreiche ehemals selbstständige Kommunen wurden der Stadt Münster zugeschlagen.

Dabei kam dem Oberstadtdirektor sehr zugute, dass er auch die andere Seite des Tisches kannte. Von 1969 bis 1973 war er nämlich Oberkreisdirektor des Landkreises Münster, der mit der Neugliederung aufgelöst wurde. Bereits 1960 war der promovierte Jurist in den Dienst des Landkreises getreten.

Seine Herangehensweise an die Verhandlungen zur kommunalen Neugliederung formulierte der Spitzenbeamte seinerzeit so: „Das, was uns und unsere Bürger beiderseits der noch bestehenden Stadtgrenze verbindet, war, ist und bleibt stärker als alles, was wir kontrovers diskutiert haben.“

Aufgewachsen ist der Verstorbene im Südviertel, 1949 erwarb er das Abitur am Hittorf-Gymnasium. Zu seinen Mitschülerinnen gehörte damals auch Hildegard Graf. Sie stieg bis zur CDU-Fraktionschefin und Bürgermeisterin auf, prägte in der Ära Fechtrup nicht zuletzt die Kulturpolitik.

Zahlreiche Ehrenämter

Nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand übernahm der Verstorbene zahlreiche Ehrenämter. So wurde er Mitbegründer der Josef-Pieper-Stiftung, engagierte sich im Freundeskreis Knochenmarktransplantation und war von 1992 bis 1994 Vorsitzender einer Sachverständigenkommission zum Aufbau einer leistungsfähigen und bürgerfreundlichen Verwaltung im neuen Bundesland Thüringen. Darüber hinaus arbeitete Fechtrup in zahlreichen kirchlichen Gremien mit.

Seine Lebensleistung wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem päpstlichen Silvesterorden gewürdigt.

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