Pandemie-Bekämpfung
Veterinäramt hilft bei Test-Analysen

Münster -

Corona-Tests werden auch in den Laboren der chemischen und Veterinärmedizinischen Untersuchungsämter ausgewertet. Die beiden NRW-Minister Karl Josef Laumann und Ursula Heinen Esser kamen am Freitag nach Münster, um für die Hilfe zu danken.

Freitag, 02.10.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 20:36 Uhr
Der Leiter des Chemischen und Veterinärmedizinischen Untersuchungsamtes Münster, Dr. Thorsten Stahl (l.), empfing die Minister Ursula Heinen-Esser und Karl-Josef Laumann
Der Leiter des Chemischen und Veterinärmedizinischen Untersuchungsamtes Münster, Dr. Thorsten Stahl (l.), empfing die Minister Ursula Heinen-Esser und Karl-Josef Laumann Foto: Matthias Ahlke

Kurz vor Ostern kam das Angebot der staatlichen Chemischen und Veterinärmedizinischen Untersuchungsämter bei der Landesregierung an: Auch sie könnten Corona-Tests auswerten, helfen, die Test-Kapazitäten zu erweitern.

"Veterinär- und Humanmedizin stärker verzahnen"

Gesundheitsminister Karl-Josef Kaumann und Ursula Heinen-Esser, Ministerin Umwelt, Landwirtschaft, natur- und Verbraucherschutz zögerten nicht: So wurden in den Labors des Chemischen und Veterinärmedizinischen Untersuchungsamtes (CVUA) in Münster und in den Ämtern in Detmold, Krefeld sowie und Arnsberg bereits über die Oster-Feiertage Sonderschichten gefahren. 55000 Tests sind mittlerweile in den Labors, die eigentlich für die Analyse von Lebensmitteln und Tierprodukten zuständig sind, analysiert worden, allein 33 000 davon in Münster.

Der Leiter der Landeseinrichtung im Zentrum Nord, Dr. Thorsten Stahl, empfing am Freitag Laumann und Heinen-Esser, die gekommen waren, um für die Hilfe zu danken. „Auch wenn hier eigentlich veterinärmedizinische Analysen durchgeführt werden, die technischen Methoden sind dieselben“, erklärte Heinen-Esser. Angesichts der Gefahr durch Zoonosen, also von Tieren auf den Menschen überspringende Viruserkrankungen, sei es ohnehin sinnvoll, dass Veterinär- und Humanmedizin sich stärker verzahnten.

Karl-Josef Laumann würdigte noch einen anderen Aspekt: Die Landesämter hätten mit ihrer Initiative auch dazu beigetragen, dass die privaten Labore mit ihrer Preisgestaltung für die Analyse „auf dem Teppich geblieben“ seien, so Laumann. Die öffentlichen Landeseinrichtungen arbeiteten für das Gesundheitswesen mit niedrigeren Kostensätzen. Durch das Angebot der Untersuchungsämter war es in einer frühen Phase der Pandemie möglich, weiträumig zu testen“, zollte Laumann Anerkennung. Auch als die Corona-Zahlen in Gütersloh durch die Fleischindustrie nach oben schnellten, leisteten die CVUA-Mitarbeiter verstärkt Hilfe.

Beibehaltung auch in der weiteren Entwicklung

Dabei soll es auch in der weiteren Entwicklung der Pandemie bleiben, unterstrichen beide Minister. Letztere macht Laumann angesichts der gerade wieder steigenden Zahlen von Corona-Infektionen wieder verstärkt Sorgen. Laumann spricht sich aber dagegen aus, die Schutzregeln, etwa für Feiern und Gastronomie aktuell schon weiter zu verschärften, wie er in seiner Ansprache betonte: „Wir müssen zuerst durch Kontrollen sicherstellen, dass die bestehenden Regeln eingehalten werden, bevor wir härtere beschließen.“

Ganz nebenbei: Passend zum Ministerbesuch hatte die Belegschaft des CVUA die Gelegenheit seine krisentaugleichkeit abseits von Corona spontan unter Beweis stellten. Just waren die Minister angekommen, gab es Feueralarm im modernen Gebäude an der Joseph-König-Straße, Alle verließen das Gebäude, die Feuerwehr eilte herbei und klärte schnell: Fehlalarm. Was für Corona-Gefahr leider nicht gilt.

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