Bischof feiert Gottesdienst mit Landwirten
Erntedank in schwerer Zeit

Münster -

Die Natur ist nicht unerschöpflich, in dem, was sie den Menschen geben kann. Das betonte am Sonntag Bischof Dr. Felix Genn im St.-Paulus-Dom.

Montag, 05.10.2020, 07:03 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 16:36 Uhr
Bischof Dr. Felix Genn
Bischof Dr. Felix Genn Foto: klm

Die Natur ist nicht unerschöpflich in dem, was sie den Menschen geben kann. Das betonte am Sonntag Bischof Dr. Felix Genn im St.-Paulus-Dom. Genn hielt den Erntedank-Gottesdienst für die Landwirte in Münster nach ihrer abgeschlossenen Erntezeit.

Ein Fest der Danksagung beinhalte immer auch Bitte und Hoffnung für die Zukunft, so Genn. Die Bauern hätten ihn vertraut gemacht „mit den Sorgen und Nöten“ ihres Berufsstandes, aber auch mit dem „Engagement, das sie in der Landwirtschaft einsetzen“. Die Landwirtschaft sei prägend für die Region und das Bistum – „wir wollen Dank sagen für alles, was Sie für uns tun und was Sie uns schenken“, sagte der Bischof in seiner Predigt.

Dem diesjährigen Erntedankfest hatten der Landwirtschaftliche Kreisverband und die Landvolkbewegung das Motto „Was nährt den Zusammenhalt?“ gegeben.

Für die Bauern in Münster sei die Ernte mengenmäßig „unterhalb des langjährigen Durchschnitts“, aber mit „guten Qualitäten“ ausgefallen, erklärte Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Kreisverbandes, am Sonntag mit Blick auf Erntedank. Die Erzeugnisse hätten allerdings „nur zu mäßigen Preisen“ vermarktet werden können.

Insgesamt sei die Stimmung in der Landwirtschaft weiterhin gedämpft, erklärte sie. „Die Folgen der Corona-Pandemie haben sich auch auf die Landwirtschaft massiv ausgewirkt.“ Betriebe mit Schweinehaltung etwa seien durch den Preisverfall als Folge der Schließung von Schlachthöfen betroffen, Sonderkulturbetriebe litten insbesondere durch das Ausbleiben von Saison-Arbeitskräften. Milchviehbetrieben setzen anhaltend niedrige Preise und Futterknappheit aufgrund der Dürre zu.

Trotz dieser Sorgen sei man „dankbar, dass wir in Münster am Ende insgesamt eine zufriedenstellende Ernte einfahren konnten“.

Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Hubertus Beringmeier, nahm als Gast am Gottesdienst und einem anschließenden Empfang im Kreuzgang des Doms teil. „Krisenzeiten sind auch Zeiten der Neuausrichtung. Sie wird funktionieren, wenn wir als Berufsstand und auch gesamtgesellschaftlich zusammenhalten“, sagte er.

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