Steigende Corona-Zahlen in Münster
Heuer bittet um Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln

Münster -

Über das Wochenende ist die Zahl der Corona-Infizierten deutlich angestiegen. Aktuell sind so viele Münsteraner aktiv infiziert wie zuletzt im April. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer appelliert deshalb an die Münsteraner.

Montag, 05.10.2020, 16:15 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 16:20 Uhr
Steigende Corona-Zahlen in Münster: Heuer bittet um Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln
In Münster ist die Zahl der Corona-Infizierten weiter gestiegen. Foto: dpa (Symbolbild)

Deutlicher Anstieg der Corona-Zahlen in Münster: Über das Wochenende hat es nach Angaben der Stadt 41 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Die Gesamtzahl labordiagnostisch bestätigter Fälle ist damit auf 1138 angestiegen.

So viele Infizierte wie zuletzt im April

Davon gelten aktuell 121 Münsteraner als infiziert. Im Vergleich zu Freitag bedeutet das einen deutlichen Anstieg: Am Freitag galten 87 Münsteraner als infiziert. So viele Infizierte gab es in Münster zuletzt im April. Am 18. April meldete die Stadt 123 Infizierte.

Zu beachten ist laut einer Mitteilung der Stadt, dass es sich hierbei um einen gleichmäßigen Anstieg über mehrere Tage handelt. Nach wie vor sei auffällig, dass gerade die 90er und 2000er Jahrgänge unter den Infizierten vielfach vertreten sind. "Die Ansteckungen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt, ein neuer einzelner Infektionsherd ist darunter nicht auszumachen", teilt die Stadt mit. Noch immer werden weitere Erkrankungen gemeldet, die in Bezug zum Besuch einer bereits Anfang vergangener Woche geschlossenen Innenstadt-Gastronomie stehen .

Heuer betrachtet Zahlen mit Sorge

Darüber hinaus handelt es sich bei Neuerkrankungen oftmals um Kontaktpersonen der Kategorie I (bspw. Häusliche Gemeinschaft), die aufgrund einer Infektion von der Quarantäne in die Isolation wechseln müssen. Und: Je mehr Infizierte und je mehr Kontaktpersonen, desto mehr Personen müssen in Quarantäne. Für das Gesundheitsamt und die hier tätigen Scouts bedeutet dies ein Vielfaches an Aufwand in der Kontaktpersonenverfolgung.

Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs, sagt in der Mitteilung: "Auch wenn unser Gesundheitssystem gut gerüstet ist, betrachte ich die seit Wochen beständig ansteigende Infiziertenzahl mit Sorge. Sie ist grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass die Schutzregeln nicht ausreichend beachtet werden. Daher wiederhole ich die dringende Bitte, die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln konsequent einzuhalten, ganz gleich ob in der Schule, in der Gaststätte oder auf dem Sportgelände." Dennoch sieht Heuer derzeit keine Notwendigkeit, weitreichende Verschärfungen der aktuellen Vorgaben vorzunehmen: "Grundsätzlich müssen wir allerdings flexibel und auch bereit sein, an der ein oder anderen Stelle nachzujustieren."

Zahl der Genesenen übersteigt 1000-Personen-Marke

Sieben Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, gelten seit dem Wochenende als wieder genesen. Damit gelten insgesamt 1004 Menschen als gesundet. 

Weiter unverändert bleibt die Zahl der Todesfälle. 13 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind gestorben.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    (Zuletzt aktualisiert am 14. August 2020)

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind eher unspezifisch. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Auch über Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

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  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Doch auch, wenn nicht gehustet oder geniest wird, kann sich das Virus ausbreiten - über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel, die entstehen, wenn Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage).

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  • Was tun, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

    Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges  Gesundheitsamt  wenden.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Zuständig sind die Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. In Notfällen, etwa bei Atemnot, sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Was bringen Masken?

    Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen. Für diesen Fremdschutz durch eine Mund-Nasen-Bedeckung gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise , aufgrund derer die WHO ihre Empfehlung zum Tragen von Masken geändert hat. Der Eigenschutz durch die Maske ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

    Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt. Denn schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können Infizierte ansteckend sein.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster : 0251/4921077 (Mo-Do 8-18, Fr 8-13.30)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/91191001 (Mo-Fr 8-18 Uhr) | Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

    Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800/0117722 | Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige GmbH. Im gesetzlichen Auftrag informiert und berät sie Ratsuchende in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, damit diese sich im Gesundheitswesen besser zurechtfinden, informierte eigene Entscheidungen treffen und ihre Rechte wahrnehmen können.

    Foto: dpa
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