„Europäisches Jugendparlament“
Schüler und Azubis als EU-Politiker auf Zeit

Münster -

Wie funktioniert europäische Politik? Wie arbeitet die Europäische Union? Mit diesen Fragen haben sich Schüler und Auszubildende in Form eines mehrtägigen Forums auseinandergesetzt. Zum Abschluss gab es eine große Diskussionsrunde, die inhaltlich gar nicht weit von richtigen EU-Diskussionen entfernt war.

Mittwoch, 07.10.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 17:16 Uhr
Mitglieder des „Ausschuss für Wirtschaft und Währung“ (r.) appellieren in der zusammenfassenden Rede im Anschluss an die offene Debatte an die restlichen Mitglieder der parlamentarischen Vollversammlung, ihren Forderungen zuzustimmen.
Mitglieder des „Ausschuss für Wirtschaft und Währung“ (r.) appellieren in der zusammenfassenden Rede im Anschluss an die offene Debatte an die restlichen Mitglieder der parlamentarischen Vollversammlung, ihren Forderungen zuzustimmen. Foto: Joel Hunold

Als die Europahymne im Saal der Friedenskapelle Münster ertönt, erheben sich die anwesenden Schüler, Auszubildende und Unternehmer. Wie bei nationalen Hymnen vor Fußballänderspielen stehen die meisten gerade und aufrecht, fast schon stolz.

Was bedeutet Europa? Wie kommen politische Entscheidungen auf europäischer Ebene zustande, wie funktioniert die Europäische Union? Mit diesem Fragen haben sich Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz NRW im Rahmen eines mehrtägigen „Azubi- und Schülerforums“ auseinandergesetzt, organisiert vom Verein „Europäisches Jugendparlament“. Aus Münster waren etwa Auszubildende von Weicon sowie Schüler das Hans Böckler Berufskollegs dabei.

Arbeit in thematischen Ausschüssen

Aufgeteilt auf sechs thematische Ausschüsse, die an die Ausschüsse der Parlamentarische Versammlung des Europarates angelehnt waren, stand zunächst inhaltliches Arbeiten auf der Agenda: über aktuelle Themen informieren, Zahlen und Statistiken durchforsten, Probleme offenlegen. „Daraus haben wir unsere Forderungen für die EU abgeleitet“, sagte Moritz Volle.

Am Mittwoch stand die parlamentarische Vollversammlung an. Zu deren Beginn sprach Serap Güler, Staatsministerium aus dem NRW-Landesministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, zu den jungen Menschen und betonte die Bedeutung Europas. „Es ist ein fester Bestandteil unseres Alltags, doch Europa ist mehr als eine große Fläche, auf der man frei Reisen kann“.

Ich glaube das bildet gut die Realität ab.

Aljoscho Huthmann

Die anschließende moderierte Diskussion, bestehend aus einleitenden Forderungen der Ausschüsse, Verteidigungsreden und Angriffsreden der anderen Ausschüsse, kam bei den Schülern und Auszubildenden gut an. „Ich glaube das bildet gut die Realität ab“, sagte Aljoscho Huthmann. Dabei wurde die thematische Tiefe der Forderungen schnell deutlich: So schlug etwa der Ausschuss für Wirtschaft und Währung vor, angesichts drohender Pleitewellen durch die Corona-Pandemie, die Übernahme kleiner und mittelständischer Unternehmen strenger zu überwachen, um Monopolstellungen zu verhindern. Ein Vorschlag, der vom Plenum angenommen wurde.

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