Hengst Filtration stellt Luftfilter vor
Ist das die Corona-Lösung?

Münster -

Kommt ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Corona-Pandemie von nun an aus Münster? Das münstersche Unternehmen „Hengst Filtration“ laut einen neuen Luftfilter gebaut, der besonders in Schulen eingesetzt werden kann. Im Vergleich zu anderen Luftfiltern greift das Unternehmen auf einen besonderen Trick zurück.

Mittwoch, 07.10.2020, 21:30 Uhr
Sieht aus wie ein Wohnzimmerkamin, ist allerdings ein neu entwickelter mobiler Luftfilter von Hengst Filtration.
Sieht aus wie ein Wohnzimmerkamin, ist allerdings ein neu entwickelter mobiler Luftfilter von Hengst Filtration. Foto: Oliver Werner

Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein Wohnzimmerkamin, der neue Luftreiniger des münsterischen Unternehmens „Hengst Filtration“. Das gibt auch Oliver Nabrotzky zu, Leiter des Bereichs „Aftermarket Sales“. „Wir werden damit keine Design-Preise gewinnen“. Doch auf die Schönheit kam es dem Traditionsunternehmen bei der Entwicklung nicht an. Vielmehr soll der Luftfilter zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen.

Die Idee dahinter: Die potenziell virenbelastete Luft in geschlossenen Räumen – etwa in Klassenzimmern, Büroräumen oder Gaststätten – wird am Boden eingesaugt und gefiltert. „Das ist die gleiche Filtrationstechnik, die auch in OP-Sälen eingesetzt wird“, erläutert Geschäftsführer Christopher Heine. Über 99,9 Prozent aller Viren in der Luft, inklusive kleinster Aerosoltröpfchen, werden laut des Unternehmens aus der Luft gefiltert.

Simulationen geben Grund zur Hoffnung

Doch der Clou, der den Hengst-Luftfilter von anderen unterscheiden soll, ist der „Schornstein“, wie Nabrotzy ihn passend zum Wohnzimmerkamin-Vergleich bezeichnet. „Den Unterschied macht die Strömungsverteilung“. Mittels mehrere Luftleitbleche werde die gefilterte durch den Schornstein gleichmäßig in allen Ecken des Raumes über den Köpfen der Menschen verteilt und so die nach wie vor potenziell virenbelastete Luft durch die gereinigte auf den Boden gedrückt.

Zumindest die Ergebnisse der Simulationsmodelle, auf deren Grundlage der Luftfilter entworfen wurde, geben Grund zur Hoffnung: Sechs mal stündlich soll die Luft in einem klassenzimmergroßen Raum gereinigt werden, die Virenlast soll nach zehn Minuten bereits um 50 Prozent sinken, nach 45 Minuten – eine Schulstunde – auf zehn Prozent. „Wir haben bei der Entwicklung besonders an Schulen gedacht“, sagt Nabrotzky und Heine erzählt, dass seine Kinder bereits jetzt in der Schule oft frieren müssen, weil viel gelüftet wird. Das Gerät wurde daher mobil auf Rollen sowie möglichst simpel und robust gebaut. „Wir verzichten auf unnötige Displays“, so Nabrotzky.

Erste Schulen zeigen Interesse

Auf Klassenzimmergröße eingestellt scheint der Luftfilter zudem leise genug zu sein, um konzentriert arbeiten zu können. Erste Interessensbekundungen im Schulumfeld gibt es laut Marketing- und Kommunikationsleiter Christoph Schings bereits. Doch auch außerhalb von Schulen könne der Luftfilter eingesetzt werden, etwa in Büroräumen, Wartezimmern oder Gaststätten. Letztgenannte könnten damit das Vertrauen in die Innenräume wieder erhöhen, so Schings.

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