Einflussreiche Grüne melden sich zu Wort
Unterstützer-Aufruf für Klein-Schmeink in der Mache

Münster -

Ein geplanter Unterstützter-Brief für die Bundestagskandidatur von Maria Klein-Schmeink wird an der Basis argwöhnisch beäugt. Einige sehen die Stimmungsmache kurz vor der Entscheidung kritisch.

Donnerstag, 08.10.2020, 20:00 Uhr
Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink
Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink Foto: Stefan Kaminski

Sieht das grüne Establishment in Münster eine Zeitenwende in der Partei kommen? Fürchten die Altvorderen um ihren Einfluss? So jedenfalls deuten einige im Kreisverband den Versuch namhafter Partei-Kollegen in Münster, im Vorfeld der Entscheidung über die Bundestagskandidatur Einfluss zu nehmen – und zwar zugunsten der langjährigen Bundestagsabgeordneten und über Parteigrenzen hinweg anerkannten Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink. Die hat bekanntlich bei der Kreismitgliederversammlung am Samstag mit Fabian Müller einen jungen Gegenkandidaten.

"Die Ströbele von Münster"

„Maria direkt in der Bundestag! Die Ströbele von Münster!“ ist ein unserer Zeitung vorliegender Text eines Aufrufs überschrieben, den Kritiker als im Wahlkampf nicht fördernde Stimmungsmache werten. Hans-Christian Ströbele hatte es in Berlin gleich bei mehreren Bundestagswahlen als einziger Grünen-Abgeordneter geschafft, ein Direktmandat zu gewinnen. Das soll nun Klein-Schmeink in Münster gelingen, wie sich die Initiatoren des Aufrufs wünschen. Zu denen zählt der Hafen-Aktivist und neu gewählte Ratsherr Rainer Bode. Er gab sich auf Nachfrage unserer Zeitung zur Wahl-Empfehlung sehr schmallippig: „Wir sind noch am Arbeiten, ob wir das machen.“

In einer Mail hatte er offenbar aber dazu aufgerufen, den Unterstützerbrief zu unterzeichnen. Das sollten all diejenigen tun, die bei der Abstimmung am Samstag verhindert oder nicht wahlberechtigt seien. Letztere sind etwa Mitglieder der „Grünen Alternativen Liste“ (GAL), die formal nicht der Partei angehören. Die Namen des früheren Ratsfraktionschef Hery Klas und der des Ex-Kreissprechers Thomas Möller sollen sich jedenfalls unter einem Aufruf finden.

Generationskonflikt?

An der grünen Basis werden die Aktivitäten der langgedienten Grünen kritisch beäugt. Der Kampf um die Bundestagskandidatur zwischen der 62-jährigen Bundestagsabgeordneten und einem 23-Jährigen Herausforderer scheint einen Generationskonflikt in der Partei zu offenbaren. Der war schon bei der Neuwahl der Kreisspitze 2018 deutlich, als der damalige Sprecher Wilhelm Breitenbach nach nur zwei Jahren im Amt keine Mehrheit mehr fand.

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