Die regionale Landwirtschaft fördern
„Bauernbox“ auf dem Sprung zur Genossenschaft

Münster -

Der Online-Hofladen „Bauernbox“ wird zur Genossenschaft. 20 landwirtschaftliche Produktionsbetriebe machen bislang mit, und auch die Kunden können Genossenschaftsmitglieder werden.

Freitag, 09.10.2020, 11:00 Uhr
Die Initiatoren des Online-Hofladens „Bauernbox“ (v.l.): Landwirt Hendirk Homann, Annika Ahlers und Unternehmerin Daniela Isfort.
Die Initiatoren des Online-Hofladens „Bauernbox“ (v.l.): Landwirt Hendirk Homann, Annika Ahlers und Unternehmerin Daniela Isfort. Foto: pd

Produkte von Landwirten aus der Region direkt auf den Verbrauchertisch: Vor eineinhalb Jahren startete der Online-Hofladen Bauernbox in Münster. Angesichts der großen Nachfrage soll jetzt mit 20 landwirtschaftlichen Betrieben eine Genossenschaft gegründet werden. „Wir werden unser Angebot erheblich ausweiten, von derzeit 300 Produkten auf rund 1000“, erklärt Annika Ahlers, die die Bauernbox im Frühjahr vergangenen Jahres gemeinsam mit Landwirt Hendirk Homann und der münsterischen Unternehmerin Daniela Isfort auf den Weg gebracht hatte. „Münsterländer Bauernbox“ soll die Genossenschaft künftig heißen – die Gründungsversammlung findet in der kommenden Woche statt.

"Regionale Vielfalt fördern"

Das Ziel bringt Annika Ah­lers so auf den Punkt: „Wir wollen die regionale Vielfalt fördern und regionale Produkte erhalten.“ Nicht nur die Landwirte selber, denen der Weg der Direktvermarktung ohne Zwischenhandel und die Preisgestaltung ermöglicht werden, „sondern auch die Kunden können Mitglieder der Genossenschaft werden“, führt Ahlers aus. Der gelernten Landwirtin liegt die Zukunft der bäuerlichen Betriebe vor Ort ganz besonders am Herzen. Während ihrer Tätigkeit als Nährstoffberaterin für den Düngemitteleinsatz habe sie viele Höfe in Münster und im Münsterland besucht und sei immer wieder während ihrer Arbeit „mit tollen leckeren Produkten verwöhnt worden“, wie sie sagt.

Ob Bratwurst vom Deutschen Angus-Rind, Schmalz vom Iberico-Schwein, Süßkartoffel-Kokossuppe oder Bockshornklee-Käse. Leckereien, die man eigentlich viel mehr Verbrauchern zugänglich machen sollte. Damit war die Idee der Bauernbox geboren. Zunächst neun Landwirte machten mit und packten die online bestellten Erzeugnisse in Boxen, die an bestimmten Verteilstellen von den Kunden abgeholt werden konnten. Während der Hochzeit der Corona-Krise sei allerdings der Großteil der Boxen direkt zum Kunden geliefert worden. Rund 2000 Boxen gingen laut Ahlers unter dem damaligen Namen „Annis Bauernbox“ raus.

Zusammenarbeit mit "Leezenkiepe"

Die Genossenschaftsgründung werde nun auf dem Betriebsgelände des Schlüsselpartners Isfort GmbH & Co. KG in Roxel stattfinden, auf dessen Firmengelände auch Lagerflächen genutzt werden sollen. Nicht zuletzt werde mit dem von Daniela Isfort gegründeten Fahrrad-Lieferdienst „Leezenkiepe“ zusammengearbeitet. Künftig sollen auch recht neue landwirtschaftliche Erzeugnisse in die Bauernbox kommen – beispielsweise der Reisersatz Quinoa, angebaut vor den Toren Münsters, kündigt Annika Ahlers an.

 Sie bietet auf dem von ihr gepachteten Hof an der Zur Hohen Ward in Hiltrup Events an, die den Zugang zur heimischen Landwirtschaft mit allen Sinnen erfahrbar machen. Stichwort „Erlebnislandwirtschaft“. Im Dezember seien beispielsweise Weihnachtsgeschichten im Stall geplant.

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