104 Infizierte
Heuer will Corona-Schutzregeln in Schulen überprüfen

Münster -

Die schlechte Nachricht: In Münster haben sich auch kurz vor dem Wochenende weitere Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die gute Nachricht: Weitere Münsteraner haben die Infektion mit Corona überstanden. 

Freitag, 09.10.2020, 13:05 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 13:13 Uhr
104 Infizierte: Heuer will Corona-Schutzregeln in Schulen überprüfen
In Münster gelten aktuell 104 Menschen als infiziert. Foto: dpa (Symbolbild)

In Münster hat es am Freitag erneut bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben. Im Vergleich zum Vortag haben sich sechs weitere Münsteraner infiziert, wie es auf der Homepage der Stadtverwaltung heißt. 

Die Zahl der Infizierten ist trotz der Neuinfektionen aber zurückgegangen. Während am Donnerstag noch 108 Menschen als infiziert galten, waren es am Freitag noch 104. Der Grund: Erneut gibt es mehr Genesungen als Neuinfektionen. Zehn weitere Menschen haben die Infektion überstanden.

838 Menschen in Münster in Quarantäne

Die Gesamtzahl labordiagnostisch bestätigter Corona-Fälle im Stadtgebiet ist durch die Neuinfektionen auf 1179 gestiegen. Davon sind 1062 Menschen wieder genesen. 13 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind gestorben. Laut Mitteilung der Stadt befinden sich zurzeit 838 Personen in Münster als Kontaktpersonen der Kategorie 1 (565) oder als Reiserückkehrer (273) in Quarantäne.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Münster ist im Vergleich zum Vortag leicht gestiegen und liegt bei 26,09 - also noch deutlich unter dem kritischen Wert von 50, bei dem weitere Maßnahmen zum Corona-Schutz ergriffen werden müssen.

Überprüfung der Schutzregeln in Schulen

In der Zwischenzeit fand die bereits 50. Sitzung des Corona-Krisenstabs seit Anfang März unter Leitung von Wolfgang Heuer statt. "Zwar steigen aktuell die Infektionszahlen wieder; positiv ist aber die geringe Zahl an schweren Erkrankungen sowie die ruhige Situation in Krankenhäusern und auch Pflegeeinrichtungen in Münster zu werten", formuliert der Krisenstabsleiter eine differenzierte Lagebewertung.

Mit Blick auf die Infektionen in zahlreichen Schulen spricht sich Heuer in der städtischen Mitteilung für eine Überprüfung der bisherigen Schutzregeln in diesem Bereich aus. Im Rahmen der Sitzung bedankte sich Heuer außerdem bei den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes, stellvertretend auch für andere Ämter, für deren Leistungen in der Pandemie – mit ständigem Dienst auch an den Wochenenden.

"Heiserkeit und Schnupfen sind kein Notfall"

Weil die Test-Nachfragen gerade an den Wochenenden erheblich steigen, verweist das Gesundheitsamt auf sinnvolle Verhaltensweisen, wenn sich plötzlich Erkältungs-Symptome zeigen. "Heiserkeit oder Schnupfen sind kein Notfall – hier muss nicht gleich am Samstag oder Sonntag auf Corona getestet werden", so Dr. med Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheitsamtes Münster. "Wer sich unsicher fühlt und die Symptome noch nicht einzuschätzen weiß, sollte sich selbst vorsorglich eine Art Quarantäne auferlegen." 

Vorgehen mit Ärzten beraten

Auch in diesem Herbst und Winter sind in erster Linie Atemwegs- und Erkältungsinfekte aus anderen Ursachen zu erwarten. Sollten aber neben dem einfachen Schnupfen noch weitere Symptome wie trockener Husten, Fieber und/oder Verlust der Geruchs- und Geschmacksempfindung festgestellt werden, muss an eine Corona-Infektion gedacht werden.

In der Folge kann die eigene Hausarztpraxis, die städtische Corona-Hotline (Tel. 0251/492-1077 || Samstag 10 bis 14 Uhr) oder die Notdienstnummer der niedergelassenen Ärzte (116117) kontaktiert werden. Am Telefon wird dann das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Personen mit Symptomen sollten sich nicht ohne vorherige Rücksprache direkt zum Arzt oder ins Krankenhaus begeben. So schützen sie sich und andere Personen am besten.

Darüber hinaus gibt Dr. med Norbert Schulze Kalthoff, Leiter des Gesundheitsamtes Münster, in einem aktuellen Video wichtige Hinweise für Reisen während der Herbstferien: 

 

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    (Zuletzt aktualisiert am 14. August 2020)

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind eher unspezifisch. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Auch über Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Doch auch, wenn nicht gehustet oder geniest wird, kann sich das Virus ausbreiten - über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel, die entstehen, wenn Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage).

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  • Was tun, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

    Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges  Gesundheitsamt  wenden.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Zuständig sind die Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. In Notfällen, etwa bei Atemnot, sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Was bringen Masken?

    Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen. Für diesen Fremdschutz durch eine Mund-Nasen-Bedeckung gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise , aufgrund derer die WHO ihre Empfehlung zum Tragen von Masken geändert hat. Der Eigenschutz durch die Maske ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

    Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt. Denn schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können Infizierte ansteckend sein.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster : 0251/4921077 (Mo-Do 8-18, Fr 8-13.30)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/91191001 (Mo-Fr 8-18 Uhr) | Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

    Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800/0117722 | Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige GmbH. Im gesetzlichen Auftrag informiert und berät sie Ratsuchende in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, damit diese sich im Gesundheitswesen besser zurechtfinden, informierte eigene Entscheidungen treffen und ihre Rechte wahrnehmen können.

    Foto: dpa

 

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