Stadtwerke:  „Keine  Auswirkung  auf  Kunden“
Erneuter Streik – fast unbemerkt

Münster -

Erneuter Streik unter dem Dach der Stadtwerke, nur einen Tag nach dem Ausstand der Busfahrer. Doch diesmal bekam die Öffentlichkeit wenig davon mit.

Freitag, 09.10.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 18:36 Uhr
Als das Service-Center um 9 Uhr öffnete, war die Kundgebung am Hafenplatz schon beendet.
Als das Service-Center um 9 Uhr öffnete, war die Kundgebung am Hafenplatz schon beendet. Foto: spe

Auch am Freitag wurde gestreikt, auch am Freitag waren die Stadtwerke Münster betroffen, auch am Freitag ging es um die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Und doch hatte dieser neue Ausstand mit dem Bus-Streik am Donnerstag, dessen Folgen den Verkehr in Münster massiv beeinträchtigten, wenig zu tun – auch weil er die Öffentlichkeit diesmal kaum betraf. „Es sind unterschiedliche Dinge, die gleichzeitig passieren“, sagt Marc Topp von der Gewerkschaft Verdi.

Betroffen: Verwaltung und „operativer Bereich“

Am Freitag legten rund 70 Beschäftigte der Stadtwerke und der Stadtnetze Münster die Arbeit nieder. Es handelte sich laut Topp vor allem um Mitarbeiter aus dem „operativen Bereich“, also Bauarbeiter und Handwerker, die auf Baustellen oder im Kraftwerk tätig sind; auch die Verwaltung war betroffen. Bei einer Kundgebung am Morgen auf dem Hafenplatz äußerten sich die Streikenden „hochunzufrieden“ über den Stand der Verhandlungen in Potsdam.

„Tarifvertrag Versorgungsbetriebe“ (TV-V)

Anders als in der Auseinandersetzung um den „Tarifvertrag Nahverkehr“ (TV-N), bei der es vor allem um einem Manteltarifvertrag geht, handelt es sich beim Streit um den „Tarifvertrag Versorgungsbetriebe“ (TV-V) um eine „klassische Lohnrunde“, wie Marc Topp berichtet. Die Arbeitgeberseite habe den Vorschlag abgelehnt, wegen der Corona-Krise einen „Kurzläufer-Tarif“ einzuführen und auf einer normalen Tarifrunde bestanden – bislang aber kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft fordere eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent.

Kundgebung um 9 Uhr beendet

„Es gab keine Auswirkungen auf unsere Kunden“, sagt Stadtwerke-Sprecher Florian Adler. Als das Service-Center um 9 Uhr öffnete, war die Kundgebung schon beendet. Die Kommunikationszentrale sei stets erreichbar gewesen.

Die nächste TV-V-Verhandlungsrunde beginnt in zwei Wochen. „Es wird weitere Streiks geben“, meint Marc Topp.

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