Überbrückungshilfe für Studierende
Längst nicht alle Anträge bewilligt

Münster -

Die Hilfe der Bundesregierung zur Unterstützung von Studierenden in der Corona-Pandemie ist ausgelaufen. In Münster erhielt nur etwas mehr als die Hälfte der Antragsteller Geld aus der Förderung.

Samstag, 10.10.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 14:17 Uhr
Überbrückungshilfe für Studierende: Längst nicht alle Anträge bewilligt
Studieren im Wintersemester: Mundschutz und Abstand gehören dazu. Foto: imago images/CTK Photo

Nebenjobs im Service, die vielen Studierenden die Existenz sichern, sind in der Corona-Pandemie weggefallen – die Universität reagierte mit einem Notfonds und die Bundesregierung mit Überbrückungshilfen. Letztere sind nun ausgelaufen – was Studierendenverbände angesichts der fortdauernden Corona-Schutzmaßnahmen scharf kritisieren

In Münster wurden beim Studierendenwerk, das für die Bewilligung und Auszahlung der Bundeshilfen zuständig war, mit 2678 etwas mehr als ein Prozent der bundesweit rund 240 000 gestellten Anträge bearbeitet, zieht Katrin Peter, Sprecherin des Studierendenwerks, Bilanz. In Münster mit seinen rund 60 000 Studierenden beantragten damit immerhin über vier Prozent aller hier Eingeschriebenen die Hilfen in Höhe von jeweils maximal 500 Euro monatlich, bundesweit verzeichneten die Hochschulstandorte Antragsquoten von einem bis zu acht Prozent, so Peter. In Münster wurden durchschnittlich 425 Euro pro Monat und Person ausgezahlt.

Viele Anträge abgelehnt

Von den bis Ende September gestellten Anträgen seien fast alle bearbeitet worden. Es seien 1447 Anträge angenommen und 1162 Anträge abgelehnt worden, die restlichen „befinden sich noch in der Nachbesserung oder in der Sachbearbeitung“, erklärt Peter. in vielen Fällen seien nachgeforderte Unterlagen nicht eingereicht worden.

Damit wurde in Münster ein etwas geringerer Anteil der Anträge als im Bundesdurchschnitt bewilligt. Der häufigste Ablehnungsgrund der Anträge war, so Katrin Peter, dass „die Notlage der Studierenden nicht pandemiebedingt war, sondern bereits vor der Pandemie bestanden“ habe.

Unseren Mitarbeitern war und ist die pandemiebedingte finanzielle Notlage eines Teils der Studierenden absolut bewusst.

Katrin Peter, Sprecherin des Studierendenwerks

„Unseren 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die wir kurzfristig zu einem Team für die Überbrückungshilfe geschult hatten, war und ist die pandemiebedingte finanzielle Notlage eines Teils der Studierenden absolut bewusst, und entsprechend engagiert sind sie bei der Überbrückungshilfe ans Werk gegangen“, betont die Sprecherin. Gleichzeitig hätten die Mitarbeiter verantwortungsbewusst und im Wissen darum gehandelt, dass bei der Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Steuergelder eingesetzt werden, also öffentliche Mittel für einen klar definierten Zweck: Studierenden in einer pandemiebedingten Notlage kurzfristig eine finanzielle Überbrückung zukommen zu lassen. „Die Überbrückungshilfe war jedoch nie gedacht als Ersatz für eine dauerhafte, reguläre Studienfinanzierung“, stellt Katrin Peter klar.

Studierendenverbände, auch die ASten der münsterischen Hochschulen fordern seit Jahren eine Neuordnung der Bafög-Förderung – um für mehr Studierende eine gesicherte und auskömmliche Finanzierung der Ausbildung zu gewährleisten. Auch das Deutsche Studentenwerk setze sich auf politischer Ebene nun nachdrücklich für eine strukturelle Reform der Studienfinanzierung ein.

Geldnöte der Studierenden bleiben

Die zu Beginn der Pandemie durch ausfallende Nebenverdienst-Möglichkeiten zutage getretenen Geldnöte der Studierenden dürften im Wintersemester nicht erledigt sein. Gerade in der Gastronomie, klassische Branche für Studentenjobs – gibt es weiterhin weniger Beschäftigung.

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