1000-Kreuze-Marsch
Festnahme bei Abtreibungsdemo

Münster -

80 Teilnehmern der Gebetsprozession „1000 Kreuze für das Leben“, die am Samstag mit einem Gebetszug durch Münsters Innenstadt zogen, standen rund 300 Gegendemonstranten gegenüber. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um Ausschreitungen zu verhindern.

Sonntag, 11.10.2020, 12:30 Uhr aktualisiert: 11.10.2020, 13:38 Uhr
Während der ganzen Gebetsprozession waren am Rand Gegendemonstranten anwesend.
Während der ganzen Gebetsprozession waren am Rand Gegendemonstranten anwesend. Foto: Joel Hunold

"Das ist definitiv kein Mensch, das ist eine Eidechse“ ruft ein Demonstrant einer Frau entgegen, die ein Bild mit einem ungeborenen Kind im Mutterleib vor sich herträgt. Wann beginnt menschliches Leben? Wie schützenswert ist ungeborenes Leben? Wie sind Abtreibungen zu beurteilen?

Zu diesen Fragen dürften die knapp 80 Teilnehmer der Gebetsprozession „1000 Kreuze für das Leben“, die am Samstagnachmittag durch Münster gezogen sind, andere Meinungen haben als die Gegendemonstranten des durch politische Parteien und Gewerkschaften unterstützen „Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung“.

Die Spannung in der Stadt ist zu spüren, als die Abtreibungsgegner, die durch weiße Kreuze auf die hohe Zahl an Abtreibungen in Deutschland aufmerksam machen wollen, christliche Lieder singend und vom Aegidiimarkt kommend Richtung Prinzipalmarkt und in die Ludgeristraße ziehen. Die am Rand stehenden Passanten blicken verdutzt drein, während neben ihnen Gruppen von schwarz gekleideten Gegendemonstranten probieren die Gesänge mit eigenen Rufen zu übertönen.

1000 Kreuze Marsch zieht durch Münster

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  • Am Samstagnachmittag sind rund 80 Abtreibungsgegner in Form einer Gebetsprozession durch Münster gezogen.

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  • Ihnen stellte sich ein Bündnis verschiedener Gruppen in den Weg.

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  • Schon vor Beginn der Gebetsprozession, die auf dem Kirchplatz der Aegidiikirche startete und dann Richtung Prinzipalmarkt zog, war ein großes Polizeiaufgebot vor Ort

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  • Organisator Wolfgang Hering sagte: „Wir wollen den Menschen zeigen, dass auch ungeborene Menschen ein Recht auf Leben haben“.

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  • Derweil formierte sich schon vor dem eigentlichen Gebetszug die Gegendemonstration.

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  • Die Abtreibungsgegner trugen Bilder von ungeborenen Kindern und Marienbilder vor sich her.

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  • Zudem hatten sie weiße Kreuze als Symbol für die vielen Abtreibungen in Deutschland dabei.

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  • Der Gebetszug wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Ein Polizeisprecher sprach von „hunderten Polizisten“.

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  • Und die waren auch nötig, denn auch abseits der offiziellen Gegendemonstration hatten sich kleine Gruppen versammelt, die sich den christlichen Gesängen zunächst akustisch in den Weg stellten.

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  • Es waren deutlich mehr Polizisten als Abtreibungsgegner auf der Straße.

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  • Aber viele Gegendemonstrationen, die nicht um eine Meinung zu den Abtreibungsgegnern verlegen waren, waren auch dabei...

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  • ... und bezogen klar Position.

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  • Die eigentliche Gegendemo fand auf dem Prinzipalmarkt statt.

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  • Dort waren Reden verschiedener Bündnisse und Initiativen zu hören.

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  • Es ging um sexuelle Selbstbestimmung, die Abtreibungsparagrafen, Emanzipation und das Selbstbestimmungsrecht der Frau.

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  • Gerade der Paragraf 219a im Strafgesetzbuch steht in der Kritik.

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  • Tendenziell waren - wenig überraschend bei dem Thema (obwohl es ja eigentlich beide Partner etwas angeht) - mehr Frauen als Männern anwesend, zumindest auf den ersten Blick.

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  • Und während es, wie hier bei Musik, auf dem Prinzipalmarkt recht friedlich blieb...

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  • 1000 Kreuze Marsch

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  • Probierten Gegendemonstranten, die neben dem Gebetszug standen, mehrfach diesen zu stören.

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  • Dabei wurde auch ein Demonstrant vorläufig in Gewahrsam genommen, weil es den Verdacht gab, er habe eine Straftat begangen, teilt die Polizei mit.

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  • Da sich der Verdacht nicht bestätigt habe, wurde er wieder freigelassen.

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  • Nur laut wurde es hingegen, als der Gebetszug neben der Gegendemonstration am Prinzipalmarkt/Lampertikirchplatz vorbeiführte.

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  • Doch danach gingen die Reden weiter.

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  • Und der Gebetszug ebenso.

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  • Die Abtreibungsgegner berufen sich unter anderem auf Bischof van Galen, der während der NS-Zeit gegen die Euthanasie gepredigt. hatte.

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  • Die Gegendemonstranten berufen sich dagegen auf ihr Selbstbestimmungsrecht.

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  • Und nennen die überwiegend christlichen Abtreibungsgegner „Fundamentalisten“.

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  • Heikel wurde es kurz nochmal am Ende des Gebetszuges, kurz vor der Kardinal-van-Galen-Statue am Dom, da sich dort sehr viele Gegendemonstranten versammelt hatten.

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  • Mittels Absperrgittern wurden die beiden Gruppen getrennt.

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  • Ein Polizeisprecher: „Unsere Aufgabe war es, die Veranstaltung zu gewährleisten. Wir haben unser Ziel erreicht“. Anstrengend war‘s wohl trotzdem.

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Großeinsatz der Polizei

Hunderte Polizisten sind derweil laut Polizeisprecher Andreas Bode in der Stadt im Einsatz. Das große Polizeiaufgebot sei notwendig, in der Vergangenheit - der Gebetszug findet bereits zum 18. Mal statt - habe es oft Ausschreitungen gegeben habe. Auch dieses Mal müssen die Polizisten mehrfach eingreifen, als Gegendemonstranten probieren den Gebetszug zu stören. „Eine Person wurde vorläufig in Gewahrsam genommen, weil es den Verdacht einer Straftat gab“, erläutert Bode. Der Verdacht habe sich jedoch nicht bestätigt.

Friedlicher und gesitteter geht es bei der offiziellen Demonstration auf dem Prinzipalmarkt zu. Zwar werden Pfiffe und „Haut ab“-Rufe laut, als der Gebetszug, von der Salzstraße kommend, Richtung Roggenmarkt und Spiekerhof abbiegt. Doch sonst hören die laut Polizei bis zu 300 Protestler den Reden verschiedener Bündnisse zu, bei denen es um das Selbstbestimmungsrecht von Frauen, sexuelle Selbstbestimmung, Emanzipation und die Abtreibungsparagrafen 218 und 219 im Strafgesetzbuch geht.

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